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Verbraucheraktion

Phillip Krainbring sucht Blühflächenpaten

Phillip Krainbring
am
11.03.2019
(1 Kommentar)

agrarheute-Kolumnist und Junglandwirt Phillip Krainbring bewirtschaftet einen Ackerbaubetrieb in Sachsen-Anhalt. Jetzt will er die Bürge in die Pflicht nehmen und 1 ha Mais aus der Produktion nehmen. Dazu sucht er Blühpaten.

Phillip Krainbring ist in der Agrarszene mittlerweile ziemlich bekannt: Über seine zahlreichen Social-Media-Kanäle pflegt er direkte Aufklärungsarbeit über moderne Landwirtschaft. Für agrarheute schreibt er regelmäßig in der Kolumne „Kopfdünger“.

Der Junglandwirt will etwas erreichen: Mehr Bewusstsein für eine moderne Landwirtschaft. Um die Brücke zum Verbraucher zu schlagen, engagiert er sich für die Artenvielfalt und will dafür die Bürger mitnehmen. Der Ackerbauer aus der Magdeburger Börde sucht für Wildbienenpaten für seinen Acker: Gemeinsam mit Verbrauchern möchte er die Biodiversität fördern.

Dialog mit dem Verbraucher

„Aus vielen Gesprächen mit Verbrauchern, zum Beispiel auf der Grünen Woche, ist mir das Thema Artenvielfalt bewusster geworden.“ Phillip Krainbring engagiert sich als Agrarscout und sieht sich da als Schnittstelle zwischen Landwirt und Konsument.

„Ich habe gemerkt, dass man die Dinge nicht alleine schaffen kann.“ Gemeinsam möchte er jetzt ein Zeichen setzen und eine Fläche aus der Produktion nehmen, die er sonst in diesem Jahr mit Mais bestellt hätte. Diese Blühfläche möchte der Junglandwirt mindestens zwei Jahre pflegen. „Erst dann hat sie einen ökologischen Nutzen.“

Mit der Blühflächenpatenschaft ein Zeichen setzen

Phillip Krainbring weiß, dass er mit dieser Aktion nicht die Artenvielfalt retten kann. „Ich will aber ein Zeichen setzen. Wenn wir Dinge ausprobieren und entwickeln, ist schon viel gewonnen.“

Das bedeutet für ihn aber nicht, auf Ökolandbau umzustellen. „Ich bin konventioneller Landwirt, und das aus Überzeugung.“ Er will aber das Wissen nutzen und so ökologisch wie möglich wirtschaften. „Ich möchte schrittweise und für mich nachhaltig Strategien entwickeln, um den Pflanzenschutzmitteleinsatz zu reduzieren.“

5.000 Euro für mehr Artenvielfalt

Er hat sich ausgerechnet: Wenn er 1 ha aus der Anbaufläche herausnimmt und mit einer Blühwiese Lebensraum für Wildpflanzen und –tiere schafft, fehlen ihm unterm Strich Einnahmen in Höhe von 5.000 Euro. „Wir nehmen die Fläche aus der Produktion, kaufen Saatgut und müssen sie im ersten Jahr auch intensiver pflegen.“

Deshalb sucht er jetzt Bienenpaten für seine Blühfläche. Für beispielsweise 5 Euro können die Bienenpaten so einen Teil der Blühwiese von der Größe einer durchschnittlichen Küche – also 10 qm – realisieren.

Forum Moderne Landwirtschaft begleitet die Aktion

„Diese Aktion ist natürlich erstmal nur ein kleiner Schritt. Aber sie ist ein Anfang und wenn sie gelingt, ist sie vielleicht ein Modell, wie wir gemeinsam, Bürger und Landwirte, nachhaltig etwas für die Artenvielfalt tun können“, erklärt Lea Fließ, Geschäftsführerin des Forum Moderne Landwirtschaft (FML).

Das Forum begleitet die Aktion mit seinem Verbraucher-Magazin www.moderne-landwirtschaft.de und auf seiner Facebook-Seite. Dort finden Interessierte alle Infos zu der Aktion und können mit ein paar Klicks Wildbienenpate werden.

Mit Material von FML
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