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Raps- und Getreidebestände auf Pilzinfektionen kontrollieren

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von , am
26.04.2013

Dresden - Eine der Hauptkrankheiten während der Blüte und Abreife des Rapses ist die Weißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum). Das LfULG Sachsen schreibt in seinem aktuellen Pflanzenbaurat, wie dagegen vorzugehen ist.

Sclerotinia sclerotiorum im Raps. © landpixel
Die im Herbst angelegten Sklerotien-Depots sind nun regelmäßig auf Apothezien zu kontrollieren. Jahre mit hohen Befallswerten sind meist dann zu verzeichnen, wenn optimale Infektionsbedingungen im Stadium der Rapsblüte vorlagen, heißt es im Pflanzenbaurat des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie in dieser Woche. Ausschlaggebend für eine Sclerotiniainfektion sind demzufolge die Temperatur und die Luftfeuchte. Als Mindestbedingungen für eine Infektion gelten mindestens 7 °C und mehr als 86 Prozent Luftfeuchte beziehungsweise mindestens 80 Prozent Luftfeuchte und Temperaturen über 11 °C, wie Dr. Michael Kraatz von der LfULG Sachsen betont.
 
Vor einer Behandlungsentscheidung sollte laut Dr. Kraatz die schlagspezifische Modellberechnung mit SkleroPro unter www.isip.de erfolgen. Als Datengrundlage für die Berechnung müssten neben den automatisch einfließenden Wetterdaten der jeweiligen Station (relative Luftfeuchte, Temperatur, Niederschlag) das Datum des Knospenstadiums im Raps (BBCH 55) und der Abstand, wann zuletzt eine sclerotiniaanfällige Kultur auf dem Schlag angebaut wurde bekannt sein.
 
Bei Überschreitung eines schlagspezifischen Schwellenwertes der infektionsgünstigen Stunden wird eine Behandlungsempfehlung ausgegeben. Der optimale Termin des Fungizideinsatzes liegt in der Vollblüte des Winterrapses. Hohe Ertragseffekte wurden mit dieser Maßnahme hauptsächlich dann erzielt, wenn ein hoher Sclerotiniabefall vorlag.

Getreide: Starke Unterschiede bei Dichte und Entwicklung

Erysiphe graminis am Getreide. © landpixel
Die Getreidebestände sind dem Pflanzenbaurt zufolge noch geprägt durch große Unterschiede in Bestandesdichte und Bestandesentwicklung. In Wintergerste wurde erste Infektionen durch Mehltau, Netzflecken Zwergrost und Rhynchosporium gemeldet. Ansteigende Temperaturen und Niederschläge könnten für weitere Neuinfektionen sorgen. In Weizen ist hingegen das Krankheitsauftreten noch überwiegend verhalten (Stand KW 17).
 
Vereinzelt wurde in anfälligen Sorten Mehltau und örtlich auch Septoria und Braunrost festgestellt. Auch hier sei mit steigenden Temperaturen und weiteren Niederschlägen mit Neuinfektionen zu rechnen. Eine regelmäßige Kontrolle der Bestände ist weiterhin angeraten. Insbesondere sei die weitere Infektionsgefährdung durch Septoria tritici anhand der Wetterdaten abzuwarten. Ebenfalls müsse die aktuelle schlagspezifische Halmbruchgefährdung weiter beachtet werden. Stoppelweizenbestände seien außerdem auf DTR Blattflecken zu kontrollieren.
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