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Raps- und Getreidernte: Quantität enttäuscht, Qualität in Gefahr

von , am
16.08.2011

Berlin - Aufgrund der bislang vorliegenden Ernteergebnisse bei Getreide und Raps musste der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) im Vergleich zum Vormonat noch einmal nach unten korrigieren.

Bei den Hektarerträgen gibt es extreme Schwankungen, je nach Bodenart und der Auswirkung der Trockenheit im Juni. © Moonlight/aboutpixel.de
Ausschlaggebend für die deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt liegende Getreide- und Rapsernte ist die ausgeprägte Frühsommertrockenheit. Erschwerend kamen in den vergangenen Wochen gebietsweise sintflutartige Regenfälle hinzu, die die Erntearbeiten immer wieder unterbrechen und die Gefahr von Qualitätseinbußen laufend erhöhen. Dank der Schlagkraft der genossenschaftlichen Ersterfasser konnten bislang Einbußen weitgehend verhindert werden.
 
Mit Sorge sieht der DRV die Situation im Norden und Nordosten Deutschlands. Dort stehen schätzungsweise noch 70 Prozent der Weizenbestände auf dem Acker. Hier sind die Erntearbeiten aufgrund der Regenfälle zum Erliegen gekommen, zahlreiche Ackerflächen sind unbefahrbar. Der DRV befürchtet in diesen Regionen deutliche Qualitätsverluste und damit eine spürbare Zunahme des Anteils an Futterweizen.

Getreide: Vorjahresergebnis um acht Prozent verfehlt

Nach den aktuellen Veröffentlichungen des Statistischen Bundesamtes von Ende Juli 2011 wurde die Anbaufläche für Getreide um rund 80.000 Hektar bzw. 1,2 Prozent verringert. Der DRV erwartet unter Berücksichtigung der bisherigen Ergebnisse eine Getreideernte von 40,3 Millionen Tonnen. Damit wird das Vorjahresergebnis von 44,0 Millionen Tonnen um 3,7 Millionen Tonnen oder gut acht Prozent verfehlt. Die Einbußen fallen in diesem Jahr extrem unterschiedlich aus. Besonders deutlich sind die Rückgänge auf den leichten Böden in den nord- und ostdeutschen Bundesländern.

Raps: Vorjahresergebnis um 29 Prozent verfehlt

Beim Winterraps fallen die Folgeschäden des Winters und der anschließenden ausgeprägten Frühjahrstrockenheit noch gravierender aus. Der DRV schätzt den bundesweiten Durchschnittsertrag auf nur noch 30,2 dt/ha. Im Vergleich zum Vorjahr sind dies knapp 9 dt/ha oder gut 21 Prozent weniger. Bei einer Anbaufläche von rund 1,35 Millionen Hektar erwartet der DRV eine Gesamtmenge von gut vier Millionen Tonnen. Damit wird das Vorjahresergebnis von 5,7 Millionen Tonnen um 29 Prozent verfehlt. Die Genossenschaften stehen in der Vermarktungskampagne vor großen Herausforderungen. Die Unsicherheiten auf den Finanzmärkten strahlen auf die Rohstoffmärkte aus. Prognosen zur Entwicklung der Getreide- und Ölsaatenpreise sind mit erheblichen Unsicherheiten behaftet.
 
Die Ergebnisse der DRV-Ernteschätzung in Tabellenform finden Sie hier zum Herunterladen: Zum Download...
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