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Raps und Zuckerrübe jetzt richtig behandeln

von , am
06.04.2011

Viel zu tun auf dem Acker: Beim Raps herrscht Zuflug von Rapsglanzkäfer, Rapsstängelrüssler und Kohltriebrüssler. In Zuckerrüben steht jetzt die erste NAK an.

Rapsglanzkäferbekämpfung im Raps
 
Bereits in der vergangenen Woche konnte man einen verstärkten Zuflug des Rapsglanzkäfers beobachten. Der Höhepunkt des Zuflugs konnte am Sonnabend festgestellt werden. Auch kann man nach wie vor den Zuflug von Rapsstängelrüßlern und Kohltriebrüßlern beobachten. Da der Raps in Deutschland zur Zeit sehr stark auseinanderwächst - im Westen ist der Raps bereits 30 bis 40 cm hoch (erste Knospen platzen auf) - ist der Raps im Süden und Osten Deutschlands gerade erst fünf bis 15 cm hoch.

Behandlung bei einer Höhe von 40 bis 50 Zentimetern

Wurde bereits eine Bekämpfung des Rapsstengelrüßlers mit einem Pyrethroid durchgeführt, sollte, wenn der Raps eine Länge von ca. 40 bis 50 cm erreicht hat, die Bekämpfung von Rapsglanzkäfern mit einem Neonicotinoid (Thiacloprid oder Acetamiprid) durchgeführt werden. Ist nach wie vor ein Zuflug von Stängelrüßlern zu beobachten, ist die Maßnahme mit einem Pyrethroid zu kombinieren.
 
Alternativ zu den Neonicotinoiden kann auch Indoxacarb oder Pymetrozin eingesetzt werden. Die Neonicotinoide haben einen Knockdown-Effekt auf die getroffenen Käfer. Müssen dann aber vor allen Dingen über die Kutikula oder Stomata des Rapsstengels aufgenommen werden und werden von dort an ihren Wirkort (Knospen) transportiert. Dort werden sie von den Rapsglanzkäfern durch den Fraß aufgenommen.

Behandlung bei einer Wuchshöhe von zehn bis 20 Zentimetern

Hat der Raps erst eine Wuchshöhe von zehn bis 20 cm erreicht, sollte die Bekämpfung des Rapsglanzkäfers plus Stengelrüßlers mit Etofenprox erfolgen. Insbesondere in frostgeschädigten und dünnen Rapsbeständen ist die Schädlingsbekämpfung in diesem Jahr sehr wichtig, da es hier auf jede Pflanze, beziehungsweise Schote ankommt. Das Schadpotential der Rapsglanzkäfer nimmt expotentiell zu.

Erste NAK in der Zuckerrübe

Die ersten Zuckerrüben sind in dieser Woche aufgelaufen. Wo im Vorauflauf kein Herbizid appliziert wurde, steht jetzt die erste NAK an. Vor allem bei der Bekämpfung von Problemunkräutern wie Hundspetersilie oder Windenknöterich muss die erste Nachauflaufspritzung sitzen. Werden die Unkräuter aufgrund einer zu geringen Aufwandmenge oder eines zu späten Spritzzeitpunktes nicht ausreichend bekämpft, führt dies nicht selten zur mühsamen Handarbeit.
 
Vor allem bei Herbizidkombinationen mit Triflusulfuron sollten bei der ersten Behandlung die höheren Aufwandmengen verwendet werden. Aufgrund der zu diesem Zeitpunkt geringen Blattfläche der Rübe wird im Verhältnis weniger Wirkstoff aufgenommen. Die Rübe ist herbizidverträglicher.
 
Vor allem in südlichen Anbauregionen können die Nachttemperaturen in dieser Woche unter die Nullgradgrenze fallen. Hier bereiten insbesondere Herbizidkombinationen mit einer höheren Menge an Ethofumesat Probleme. Die Niederschläge begünstigen die Bodenwirkung. Vor allem das Quinmerac oder das Chloridazon profitieren von der derzeitigen Witterung
 
Wie sieht es bei Euch draußen aus? Wir von agrarheute.com sind neugierig und warten bei landlive.de auf Bilder von eurem Acker. Die Bilder könnt ihr hier einstellen. zum Thread ...
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