Login
Ölsaaten

Ackerbauern bleiben dem Raps treu

© landpixel
von , am
06.08.2013

Trotz des bevorstehenden Neonicotinoid-Verbots blicken die meisten Raps-Landwirte optimistisch in die Zukunft. Nur 16 Prozent denken über eine Anbauverringerung nach, ergab eine Umfrage.

Demnächst beginnt die Rapsaussaat. © landpixel
Vor dem Hintergrund des bevorstehenden Verbots von Neonicotinoiden hat der Saatguthersteller DuPont Pioneer im Juni eine bundesweite Umfrage zum zukünftigen Rapsanbau durchgeführt. 528 Rapsbauern gaben ihre Einschätzungen zu den zukünftigen Herausforderungen im Rapsanbau. Angesichts der aktuellen Alternativlosigkeit der neonicotinoidhaltigen Insektizide beim Raps überrascht es, dass nur 16 Prozent der Landwirte angaben, den Rapsanbau in 2014 zu minimieren.
 
59 Prozent der Befragten wollen die bisherigen Raps-Anbaufläche beibehalten. 18 Prozent konnten noch keine Angaben dazu machen. Der Grund für die bleibend hohe Anbaubereitschaft liegt laut Ulrich Schmidt, Business Director von DuPont Pioneer, darin, dass "die Kultur für reine Ackerbaubetriebe alternativlos" ist.
 

Landwirte müssen mehrfach spritzen

Umfrageergebnis: Welche Auswirkungen hat das Anwendungsverbot für Neonicotinoide auf Ihren Rapsanbau in 2014 ? © Pioneer
Wie sich die Erträge in 2014/2015 beim Raps ohne Saatgutbeizung entwickeln, bleibe laut Schmidt abzuwarten. Es gäbe kaum Erfahrungen bei der Bestandesführung ohne die Beizung. Nicht zu vermeiden seien mehrfache Insektizidspritzungen, um den Auflauf nach der Aussaat zu sichern, nimmt Schmidt an. Hier kommen auf die Rapsbauern höhere Betriebskosten und mehr Arbeitsaufwand zu. Diesen Herbst werde man im Versuchswesen erste Erfahrungen mit dem Rapsanbau ohne Beizung sammeln, erklärt er im Interview mit agrarheute.com.

Rapsanbau in 2013 unverändert

"Die Umfrage zeigt auch, dass der Rapsanbau in 2013 von dem Verbot nicht wesentlich betroffen sein wird", erklärt Schmidt. Die Befragung ergab, dass 42 Prozent der Landwirte zur Rapsaussaat 2013 mit einem frühen Saatgutbezug reagieren, um noch an gebeiztes Saatgut zu gelangen und dieses noch vor Inkrafttreten des Verbots am 1. Dezember auszusähen.
Laut Umfrage kann rund ein Viertel der befragten Landwirte nur mit Raps seinen Ackerbau wirtschaftlich gestalten. Lediglich 12 Prozent der Befragten verfügen über alternative Anbauoptionen. Der Rapsanbau in Betrieben bis 60 Hektar Anbaufläche findet zumeist auf der maximal verfügbaren Fläche für diese Kulturart statt. Größtbetriebe mit über 500 Hektar Anbaufläche bestellen hingegen tendenziell rund ein Viertel der bewirtschafteten Fläche mit Raps.

Aktion: Saatgutrücknahme

Für Landwirte, die sich aufgrund des bevorstehenden Neonicotinoid-Verbots frühzeitig mit größeren Mengen Rapssaatgut versorgt haben, bietet DuPont Pioneer einen besonderen Service. Der Saatguthersteller nimmt original verschlossene Pioneer Rapssaatgutsäcke aus der Verkaufssaison 2013 ohne Kostenbeteiligung des Kunden zurück. "Zur Vermeidung kostenträchtiger Saatgutvernichtungsaktionen nach der Aussaat beraten wir unsere Kunden bereits bei der Saatgutbestellung mit einem schlaggenauen Anbauplaner", erläutert Schmidt.
  • Saatgut wird zu Sondermüll (15.6.2013) ...

 

Auch interessant