Login
Ölsaaten

Anbau-Tipp: Das bringen Begleitfrüchte im Raps

© agrarmanager
von , am
29.10.2014

Experimentierfreudige Ackerbauern säen seit Kurzem Raps gemischt mit Begleitfrüchten wie Wicken und Klee an. Die Pflanzenmischung soll sich positiv auf den Anbau und Ertrag der Kultur auswirken.

Begleitfrucht im Raps: Wicken und Klee unterstützen das Wachstum. © agrarmanager

Die Idee des Anbaus von Begleitfrüchten im Raps stammt aus Frankreich, genauer vom Spezialisten für Zwischenfrüchte und Leguminosen Jouffray-Drillaud. Seit vier Jahren ist die Mischung aus Wicken und Klee mit wachsenden Anbauflächen in Frankreich und seit einem Jahr in Großbritannien auf dem Markt. Es handelt sich um eine Mischung aus dem Alexandrinerklee Tabor (20 %), der Saatwicke Nacre (48 %) und der Rotwicke Bingo (32 %).

 

Die Mischung wird in einer Saatstärke von 18 bis 22 Kilo je Hektar zu oder mit dem Raps gesät. Da sich die Pflanzen langsamer entwickeln, überwachsen sie den Raps nicht. Im Winter frieren die Pflanzen dann ab oder werden im Frühjahr mit einer Herbizidspritzung beseitigt.

Vorteile der Begleitfrüchte im Herbst

  • Die Bindung von etwa 30 kg N/ha
  • Eine schnelle und vollständige Bodenbedeckung
  • Damit auch eine bessere Unkrautunterdrückung
  • Einen wirksamen Erosionsschutz
  • Eine verbesserte Durchwurzelung des Bodens infolge des ausgeprägten Wurzelsystems der Leguminosen
  • Eine mögliche Reduzierung des Insektenbefalls.

Vorteile der Begleitfrüchte im Frühjahr

  • Eine schnellere Bodenerwärmung aufgrund der besseren Durchwurzelung
  • Eine gleichmäßige Mineralisation des Stickstoffs aus der Biomasse
  • Insgesamt eine Rücklieferung von Nährstoffen aus den Begleitpflanzen

Vorteil: Weniger Schädlingsbefall

Untersuchungen in Frankreich und England ließen neben den bereits genannten Vorteilen noch eine weitere äußerst interessante Vermutung zu: Eine Reduzierung des Schädlingsbefall im Herbst. So sei in den zwischen 2011 und 2013 durchgeführten Feldversuchen auf Rapsflächen, auf denen Begleitfrüchte wuchsen, im Herbst ein deutlich verminderter Schadinsektenbefall ermittelt worden.

 

Die Gründe dafür seien nach bisherigem Kenntnisstand vielfältig: Dazu gehörten optische Effekte (also die Farbe der Begleitpflanzen, welche die Insekten möglicherweise fernhielte), eine Barrierewirkung durch die Bodenbedeckung zwischen den Rapspflanzen sowie Geruchseffekte, aufgrund derer die Insekten die Fläche nicht als Rapsschlag erkennen würden.

Vorteil: Rapsertrag steigt

Ein essentieller Vorteil ist nicht zuletzt ein möglicher Ertragsanstieg um bis zu drei Dezitonnen je Hektar. Dies ließe auch die ökonomische Berechnung für die Pflanzenmischung positiv aussehen: Unter deutschen Anbaubedingungen ergebe sich trotz der rund 70 Euro/ha Saatgutkosten für die Mischung "Optima Greenlife RapsPro" der Rudloff Feldsaaten GmbH ein positiver Ergebnisbeitrag von bis zu 130 Euro/ha. Darin ist der höhere Vorfruchtwert des Rapses noch nicht eingerechnet.

Testanbau: Landwirte sind zufrieden

In Deutschland wurde "Optima GreenLife RapsPro" zur kommenden Rapsaussaat erstmalig verkauft. Einen Probeanbau habe es bereits in der vergangenen Saison bei 20 Landwirten in Mecklenburg-Vorpommern gegeben. Obwohl noch keine Ertragszahlen vorliegen, äußerten sich die Landwirte nach Angaben der Rudloff Feldsaaten GmbH sehr zufrieden mit dem Anbau und wollten ihn wiederholen. Zu dieser Zufriedenheit habe auch beigetragen, dass die Mischung arbeitswirtschaftlich recht unkompliziert sei.

Aussaattechniken für Anbaumischung

  • Bis fünf Hektar könnten Raps und Begleitpflanzen in einem Arbeitsgang ausgebracht werden
  • Für größere Flächen emfehlen sich zwei Arbeitsgänge: Zuerst Pflanzenschichtung mit Pneumatikstreuer, Lehner-Streuer oder Drillkombination und nachfolgend die Rapssaat 
  • Kombination mit der Rapsaussaat über einen zweiten Saatkasten
Auch interessant