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Ölsaaten

Argentinien: Kleinere Sojaernte und steigende Preise

von , am
08.05.2012

In Argentinien waren Anfang Mai etwa zwei Drittel der Sojaernte eingebracht. Dabei lagen die Erträge offenbar noch unter den ohnehin schon reduzierten Erwartungen.

Mit Verlusten von 12 Cent liegt die Sojabohne wieder unter der wichtigen 10-Dollar-Marke. © hapo/landpixel
Der frühe Wintereinbruch hat das Ertragspotenzial weiter reduziert. Die Experten der Getreidebörse in Buenos Aires senkten ihre Ernteschätzung Ende letzter Woche auf 41 Millionen Tonnen (Mio. t). Dies sind drei Millionen Tonnen weniger als man noch vor 14 Tagen erwartet hatte. Gleichzeitig liegt diese Prognose rund vier Millonen Tonnen unter der letzten USDA-Schätzung von April, so dass man von der neuen USDA-Prognose am Donnerstag (10. Mai) eine weitere Korrektur der argentinischen Sojarente erwarteten kann.

Schätzungen unter der USDA Prognose

Das private US-Analysten-Haus Informa Economics reduzierte seine Erwartungen an die argentinische Sojaernte Ende Anfang Mai ebenfalls deutlich. Die Marktbeobachter rechnen jetzt nur noch mit einer Erntemenge von 40 Millionen Tonnen. Bei der letzten Schätzung im April hatten die Erwartungen der US-Analysten noch bei 45 Millionen Tonnen gelegenen. Auch andere private Analysten haben ihre Prognosen nach dem frühen Wintereinbruch in Argentinien nochmals reduziert. Die Spanne der verschiedenen Ernteschätzungen liegt dabei zwischen 40 und 43 Millionen Tonnen und damit durchweg unter der letzten USDA-Prognose.
 
Im letzten Jahr hatten die argentinischen Farmer noch 49 Mio. t Soja geerntet und im Jahr davor sogar 54,4 Mio. t. Während der schlimmen Dürre 2008 war die Produktion allerdings auch schon einmal auf 32 Mio. t abgerutscht.

Kaum Änderungen in Brasilien

Die Prognosen für die brasilianische Sojaernte haben sich zuletzt nur noch wenig verändert. Das USDA ging in seiner April-Schätzung noch von 66 Mio. t aus. Die privaten US-Analysten von Informa Economics blieben aktuell ebenfalls bei einer Erntemenge von 66 Mio. t. Auch die übrigen Schätzungen zur brasilianischen Sojaernte liegen nach den zurückliegenden Korrekturen wegen der Trockenheit im südlichen Landesteil jetzt mit 65 bis 66 Mio. t relativ eng beieinander, so dass hier am Donnerstag auch bei der neuen USDA-Prognose vom Mai wenig Veränderungen zu erwarten sind.
 
Im letzten Jahr haben die brasilianischen Farmer allerdings eine Rekordernte von 75,5 Mio. t Soja eingebracht. Für die kommende Saison erwarten die brasilianischen Marktbeobachter von Agroconsult in Brasilien eine weitere Ausweitung des Sojaanbaus um mehr als eine Millione Hektar auf über 26 Millionen Hektar und damit auf einen neuen Anbaurekord.

Sojapreise steigen und steigen

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Argentinien ist nach den USA und Brasilen der drittgrößte Exporteur von Sojabohnen und der mit Abstand größte Exporte von Sojaschrot. Die Entwicklung in Argentinien hat damit unmittelbare Auswirkungen auf die Preise für das wichtigste Eiweißfuttermittel. An den argentinischen Exporthäfen kostete Soja am 3. Mai 563 USD/t je und Sojaschrot 475 USD/t. Innerhalb von vier Wochen hatten sind Preise für Soja um fünf Prozent und für Sojaschrot um elf Prozent gestiegen. Von Dezember 2011 bis Anfang Mai 2012 zogen die argentinischen Exportpreise für Soja um 25 Prozent (%) und für Sojaschrot sogar um fast 50 % an. In Hamburg kostete der Sojaschrot (44 %) am 3. Mai 386 Euro/t (510 USD/t).und damit ebenfalls fast 50 % mehr als im Dezember letzten Jahres.
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