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Ölsaaten

Argentinien: Schwerer Regen verzögert Soja-Aussaat

© sima/fotolia
von , am
31.10.2012

Argentinien weitet die Anbaufläche für Soja und Mais aus, sodass neue Rekordernten für das Frühjahr erwartet werden. Momentan verzögert heftiger Regen allerdings die Aussaat.

© Werkbild Bayer
In Argentinien werden im Frühjahr sowohl beim Soja als auch beim Mais neue Rekordernten erwartet. Gründe für den Produktionssprung sind die Ausweitung der Anbaufläche sowie die hohen Niederschläge in wichtigen Anbaugebieten. Allerdings haben die extremen Regenfälle regional zu einer deutlichen Verzögerung bei der Aussaat von Soja und Mais geführt.

Soja-Aussaat geht schleppend voran

Wie die Getreidebörse in Buenos Aires Ende Oktober mitteilte, haben die schweren Regenfälle der letzten Wochen die Aussaat von Soja und Mais erheblich verzögert. Ende der letzten Woche hatten die Farmer erst auf zwei Prozent der geplanten Anbaufläche Soja gepflanzt. Im letzten Jahr betrug der Anbaufortschritt zu diesem Zeitpunkt mehr als sechs Prozent. Und die Aussaat wird sich weiter verzögern, denn viele Felder sind überflutet und lassen kaum bearbeiten und es regnet weiter. Gleichwohl gehen die Märkte bislang vom erreichen der geplanten Rekordanbaufläche aus.

Argentinier erwarten größere Ernte als USDA

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Die Getreidebörse in Buenos Aires rechnet mit einer Ausweitung der Anbaufläche bei Soja um zwei Millionen Hektar (Mio. ha) auf 19,7 Mio. ha. Das Ertragspotential wird auf 55 bis 60 Millionen Tonnen (Mio. t) geschätzt und damit deutlich größer als bei der letzten Rekordernte im Jahr 2009/10 als die argentinischen Farmer 52,7 Mio. t Soja ernteten. Auch damals waren die Wachstumsbedingungen sehr gut und die Preise hoch.
 
Das USDA hat für den drittgrößten Exporteur von Sojabohnen und den mit Abstand größten Exporteur von Sojaschrot und Öl bislang eine Erntemenge von 55 Mio. t geschätzt. Die Märkte haben auf die besseren Produktionsprogosen der argentinischen Getreidebörse bereits mit Preisdruck regiert. Verstärkt wird der nach unten gerichtete Preistrend noch durch die ebenfalls rekordhohe Ernteprognose Brasiliens.

Maisaussaat deutlich langsamer

Auch bei Mais verzögert der Regen zwar die Aussaat, verbessert jedoch auch das Wachstumspotential. Derzeit sind 36,8 Prozent (%) des geplanten Mais gepflanzt. Im vorigen Jahr waren zu diesem Termin bereits 55,1 % des Mais im Boden. Die Anbaufläche wird von der Getreidebörse in Buenos Aires wegen der starken staatlichen Regulierung des Marktes nur auf 3,4 Mio. ha geschätzt, während das USDA von 3,8 Mio. ha ausgeht.
 
Im letzten Jahr bauten die argentinischen Farmer auf 3,6 Mio. ha Mais an und ernteten infolge einer ausgeprägten Trockenheit zum Jahreswechsel nur 21 Mio. t. Im kommenden Jahr könnte die Erntemenge nach Einschätzung des USDA 28 Mio. t erreichen. Das argentinische Landwirtschaftsministern hält indessen sogar 28 bis 30 Mio. t für möglich und damit deutlich mehr als beim bisherigen Rekord von 2011/12 (24 Mio. t).

Sojapreise gefallen, Maispreis gestiegen

Globaler Sojapreisindex
Die sehr guten Produktionsaussichten in Argentinien haben zuletzt den Sojapreis weltweit unter Druck gesetzt. In Argentinien sind die Preise für Sojabohnen (fob Hafen) in den letzten vier Wochen von etwa 630 US-Dollar pro Tonne (USD/t) auf 587 USD/t gefallen. US-Soja kostet derzeit an den Exporthäfen (fob) 594 USD/t und damit etwa soviel wie Ware aus Südamerika.
In Europa (Rotterdam) kosten Sojabohnen aus den USA Ende Oktober 618 USD/t und Ware aus Brasilen zur Lieferung im März ebenfalls 617 USD/t. Dagegen sind die argentinischen Maispreise von September bis Ende Oktober von etwa 270 auf 283 USD/t (Dezember) gestiegen. Ein Grund ist das knappe globale Angebot und die sehr hohen Preise für US-Mais, die derzeit fob-Golf mit 317 USD/t noch immer gut 30 USD/t über den argentinischen (und brasilianischen) Preisen liegen.
 
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Weitere Informationen, Analysen und Preise zum Ölsaatenmarkt finden sie im neuen dlv-Angebot Marktkompass in der Rubrik Marktfrüchte. 
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