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Ölsaaten

Argentinien: Soja-Ernte kommt nicht auf den Markt

von , am
27.05.2013

In Argentinien steht die Sojaernte kurz vor dem Abschluss. Allerdings gelangt die Ernte nicht auf den Markt. Die Farmer warten auf weiter steigende Preise und halten sich beim Verkauf ihrer Ernte sehr zurück.

© Mühlhausen/landpixel
Die argentinische Sojaernte ist zu mehr als 90 Prozent komplett. Das meldete diese Woche das Landwirtschaftsministerium in Buenos Aires. Allerdings senkte das Ministerium seine Ernteprognose von  51,3 Mio.t. ( Millionen Tonnen) auf jetzt 50,6 Mio. t. Grund sind regional etwas niedrigeren Erträge infolge der Trockenheit zum Beginn der Saison. Die Getreidebörse in Buenos Aires hatte die Ernte in der letzten Woche mit 48,5 Mio. t sogar noch etwas niedriger angesetzt.
 

Farmer vermarkten sehr zögerlich

Trotz der Korrekturenwird die Ernte deutlich größer als im von extremer Trockenheit geprägten Vorjahr. Die Getreidebörse in Buenos Aires berichtete letzte Woche, dass die argentinischen Farmer zuletzt mit dem Verkauf der bereits geernteten Sojabohnen spürbar zurückgehalten haben. Offensichtlich rechnet man zum einen mit dem erneuten Anstieg der Preise bis zur neuen US-Ernte und zum anderen hat die starke Abwertung des argentinischen Pesos den Verkauf spürbar gedrosselt. Trotz der größeren Ernte haben die argentinischen Exporteure bis zum 8. Mai erst 6,1 Mio. t Sojabohnen verkauft. Im letzten Jahr waren es zum diesem Termin bereits 10,4 Mio. t und damit 70 Prozent mehr.

Sojapreise auf Sechs-Monatshoch

Globaler Sojapreisindex
Auch die argentinischen Ölmühlen haben nach den Daten der Getreidebörse mit 10,7 Mio. t bisher deutlich weniger Sojabohnen gekauft als 2012. Vor einem Jahr standen den Mühlen bis zu dem Termin 12,5 Mio. t zur Verfügung und damit 17 Prozent mehr. Damit wird deutlich, dass Argentinien (neben Brasilien mit seinen massiven logistischen Problemen) ebenfalls für eine Verknappung des globalen Angebots an Soja und Schrot sorgt. Die Preise sind jedenfalls trotz der großen südamerikanischen Ernte wieder kräftig gestiegen und die Sojapreise in Chicago erreichten am 23. Mai ein Sechs-Montshoch von 555 US-Dollar pro Tonne und die Schrotpreise kletterten mit 481 US-Dollar pro Tonne sogar auf den höchsten Stand seit acht Monaten.
 
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