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Ölsaaten

Argentinien: Sojaernte wird immer kleiner

von , am
10.04.2012

Die Sojaernte Argentiniens schrumpft immer weiter zusammen. In den letzten Tagen wurde die Ernteschätzung weiter nach unten korrigiert. Die Sojapreise steigen deutlich nach oben.

Mit Verlusten von 12 Cent liegt die Sojabohne wieder unter der wichtigen 10-Dollar-Marke. © hapo/landpixel
Das argentinische Landwirtschafts-ministerium berichtet, dass die Ernte des früh gepflanzten Sojas in der zweiten Märzhälfte angelaufen ist. Die Ernte des späteren Sojas könnte sich jedoch bis weit in den Juli hinein erstrecken.
Vor diesem Hintergrund rechnet das Landwirtschaftsministerium mit einer Sojaernte von 44 Millionen Tonnen (Mio. t.). Im letzten Jahr hatten die argentinischen Farmer 49 Mio. t geerntet und im Jahr davor sogar 54,5 Mio. t.
 
Frühe Schätzungen für die diesjährige Ernte hatten noch bei 50,5 Mio. t gelegen. Die letzte Ernteschätzung der Getreidebörse in Rosario vom Anfang April liegt nun bei 43,1 Mio. t. Dies sind nochmal 1,4 Mio. t weniger als bei der letzten Prognose. Auch die Getreidebörse in Buenos Aires hat seine Erwartungen um 1,2 Mio. auf 45 Mio. t gesenkt. Am höchsten ist noch die Prognose des USDA mit 46,5 Mio. t. Hier dürfte es jedoch am 10. April ebenfalls eine Korrektur geben.
 
 

Trockenheit und Kälteeinbruch schädigen die Sojapflanzen

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Die Sojapflanzen wurden nicht nur durch den Wassermangel im Dezember und Januar geschädigt. Vielmehr hat die Trockenheit vielerorts auch zu einer deutlichen Verschiebung des Aussaatzeitpunktes geführt. Damit ist jedoch der Anteil des spät gepflanzten Sojas offenbar deutlich höher als zunächst gedacht. Dies birgt neue Gefahren. Derzeit leiden nämlich die Ackerbauregionen im Süden und im Zentrum Argentiniens bis weit in den Süden Brasiliens hinein unter einem empfindlichen Kälteeinbruch mit möglichen Auswirkungen auf das Pflanzenwachstum und die Ausreife.
 
 

Preise steigen deutlich

Argentinien ist nicht nur nach den USA und Brasilien der drittgrößte Exporteur von Sojabohnen sondern auch der mit Abstand größte Exporteur von Sojaschrot und Sojaöl. Entsprechend deutlich dürfte sich die weitere Verknappung des Angebots in Argentinien auf die Weltmarktpreise für Soja und Sojaschrot und damit auch auf die Futtermittelpreise auswirken.
Bereits von Januar bis März sind die Preise für argentinischen Sojaschrot in Rotterdam um 25 Prozent gestiegen. Dieser Preisanstieg setzt sich nun offenbar fort und wird die Futterpreise weiter nach oben treiben.
 
Am 3. April kostete argentinischer Sojaschrot (44 Prozent) in Hamburg zur Auslieferung im April 353,- Euro pro Tonne und für den Mai 342,- Euro pro Tonne.
An den argentinischen Exporthäfen (fob) lagen die Preise für Sojaschrot zu diesem Zeitpunkt bei umgerechnet 321,- Euro pro Tonne und damit 15 Prozent höher als noch vor sechs Wochen.
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