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Ölsaaten

Argentinien: Sojaernte schrumpft weiter

© landpixel
von , am
27.02.2012

Die argentinische Sojaernte könnte noch kleiner ausfallen als erwartet. Die Trockenheit hat den Pflanzen mehr geschadet als vermutet - der Regen der letzten Wochen zeigte nicht die erwünschte Wirkung.

© Mühlhausen/landpixel
Eine weitere Korrektur der argentinischen Sojaproduktion hätte sicherlich Auswirkungen auf den internationalen Eiweißfuttermarkt. In Argentinien beginnt die Sojaernte im Mai und erstecket sich bis in den Juni. Noch ist also auch Zeit für eine weitere Erholung vor allem des spät gepflanzten Soja.

USDA-Prognose zu hoch

Das USDA geht von einer höheren Sojaernte aus, als andere Experten.
Anfang des Monats hat das US-Landwirtschaftsministerium die argentinische Sojaproduktion auf 48 Millionen Tonnen (Mio. t) geschätzt. Dies war gegenüber der Januarprognose ein Rückgang von 2,5 Mio. t.
 
Das Argentinische Landwirtschaftsministerium hat seine Schätzung letzte Woche ebenfalls relativ deutlich nach unten gesetzt. Anstelle der bislang erwarteten 48,9 Mio. t gehen die staatlichen Experten jetzt nur noch von einer Erntemenge von 43,5 bis 45 Millionen Tonnen aus und damit auch von einer deutlichen kleineren Produktion als das US-Ministerium erwartet.
 
Dagegen hat die Getreidebörse in Buenos Aires ihre Schätzung mit dem Hinweis auf die zuletzt verbesserten Wachstumsbedingungen unverändert gelassen. Wie im Januar auch, erwarten die Analysten aus Buenos Aires eine Sojaernte von 46,2 Mio. t . Damit bleibt man allerdings ebenfalls unter den US-Prognose.
 
Auch die andere große argentinische Getreidebörse in Rosario bleibt mit ihrer aktuellen Schätzung von 44,5 Mio. t sehr deutlich unter der Prognose des USDA und auch niedriger als die argentinischen Kollegen aus Buenos Aires.

Auswirkungen auf Europa

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Das Land am La Plata ist nach den USA und Brasilien nicht nur der drittgrößte Exporteur von Sojabohnen sondern auch der mit Abstand größte Exporteur von Sojaschrot und Sojaöl. Anderseits ist die EU der weltweit größte Importeur von Sojaschrot und nach China der zweitgrößte Importeur von Sojabohnen. Eine weitere Korrektur der argentinischen Sojaernte hätte somit auch Konsequenzen auf Marktlage und Preise in Europa.
 
Die Schätzungen für die brasilianische Ernte (beginnt im April) liegen derzeit bei 72 Mio. t und würden trotz einer leichten Korrektur noch immer einen neuen Produktionsrekord bedeuten. Für die USA lag die Erntemenge dieses Wirtschaftsjahres bei 83 Millionen Tonnen und damit rund zehn Millionen Tonnen niedriger als in den beiden Jahren zuvor.
 
Für die neue Saison gehen die derzeitigen Prognosen von einer unveränderten US-Anbaufläche bei Soja aus, jedoch von einem Ertrags- und Produktionswachstum von gut sechs Prozent. Allerdings könnte die starke globale Sojanachfrage (China) in Verbindung mit dem erwarteten angebotsbedingten Preisdruck bei Mais durchaus noch zu einer Ausweitung des US-Sojaanbaus führen.
 
 
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