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Ölsaaten

Argentinien: Wintereinbruch treibt die Sojapreise

von , am
30.04.2012

Die Preise für Soja und Sojaschrot sind zuletzt regelrecht explodiert. Auslöser waren weitere Korrekturen der erwarteten Sojaproduktion in Argentinien.

© Beuermann/landpixel
Dem waren bereits eine ganze Reihe von Produktionskorrekturen für die beiden großen südamerikanischen Sojaproduzenten Argentinien und Brasilien vorausgegangen. Mittlerweile liegen die Produktionserwartungen für beide Länder deutlich unter den ursprünglichen Schätzungen. Im Fall von Argentinien könnte es nun sogar zu einer weiteren Rücknahme der nur noch mittelmäßigen Ernteprognose kommen.
 
Ursache für die neuen Befürchtungen und den aktuellen Preissprung ist der frühe Wintereinbruch und die kräftigen Fröste in weiten Teilen der Ackerbauprovinz Buenos Aires. An den internationalen Märkten kletterten die Preise auf den höchsten Stad seit dreieinhalb Jahren mit offensichtlichen Folgen für die Sojaschrot- und Futterpreise.

Erst die Hälfte der Ernte eingebracht

Die argentinische Getreidebörse in Buenos Aires meldet diese Woche einen Frosteinbruch im südlichen Getreidegürtel des Landes, der den nahenden Winter auf der Südhalbkugel ankündigte. Wetterdienste berichten, dass der Kälteeinbruch 2 bis 3 Wochen früher kam als in normalen Jahren. Bislang haben die Farmer nämlich erst die Hälfte des Sojas von den Feldern geholt. Die Trockenheit im Dezember und im Januar hatte in vielen Regionen zum einem Aufschieben des Aussaatzeitpunktes nach hinten geführt, so dass erheblich mehr spät gepflanzter Soja auf den Feldern steht als in anderen Jahren. Anderseits berichtet die Getreidebörse, dass der größte Teil des Sojas bereits die Vollreife erreicht hat und deshalb keine größeren Frostschäden mehr zu erwarten seien.

Gefahr von weiteren Ausfällen

Sojaproduktion in Argentinien
Aus den südlichen und zentralen Regionen der Provinz Buenos Aires berichtet die Getreidebörse jedoch, dass die Sojapflanzen verstärkt Blätter abwerfen. Die Farmer versuchen deshalb das Tempo der Erntearbeiten soweit wie möglich beschleunigen, um die Ernte zu beenden, bevor die Schoten sich öffnen. Der späte Pflanztermin in Verbindung mit Trockenheit hat zudem zu deutlich geringeren Wachstum der Pflanzen und zu einer früheren Ausreife mit deutlichen kleineren Korngrößen geführt. Zuletzt haben die argentinischen Analysten ihre Produktionsschätzungen für die neue Ernte weiter gesenkt und bleiben durchweg unter der letzten Prognose des US- Landwirtschaftsministeriums (USDA).

Preise für Soja und Schrot explodieren

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Mit der sich abzeichnenden Verknappung des globalen Sojaangebotes stiegen auch die Preise immer weiter. Die letzten Meldungen über mögliche Frostschäden an der argentinischen Ernte treiben die internationalen Sojapreise auf den höchsten Stand seit dreieinhalb Jahren. An den argentinischen Exporthäfen kostet Sojabohnen am 25. April 564 US-Dollar je Tonne und damit knapp 20 Prozent mehr als als vor 10 Wochen.
 
Sojaschrot verteuerte sich sogar um 25 Prozent auf 462 US-Dollar je Tonne. Diese Entwicklung bleibt nicht ohne Auswirkung auf die Futterpreise und damit auf die Kosten für die Tierhalter. Argentinien (29,4 Millionen Tonnen) ist der weltweit größte Exporteur von Sojaschrot, deutlich vor Brasilien (14,5 Millionen Tonnen) und den USA (8 Millionen Tonnen). Die EU ist der größte Importeur von Sojaschrot (22,4 Millionen Tonnen) und nach China der zweitgrößte Importeur von Sojabohnen (11 Millionen Tonnen). In Rotterdam kostete Sojaschrot aus Argentinien am 26. April 482 US-Dollar je Tonne und Ware aus Brasilien war für 493 US-Dollar je Tonne zu haben. In Hamburg musste man für Sojaschrot am 26. April (frei Truck) 376 Euro je Tonne zahlen.
  • Die vollständige Meldung mit weiteren Daten und Preisen finden Sie in unserem neuen DLV-Angebot Marktkompass...
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