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Unkrautbekämpfung

Ausfallraps nicht zu lange stehen lassen!

keimender Ausfallraps
am Montag, 24.08.2020 - 11:55 (Jetzt kommentieren)

Wie lange darf Ausfallraps stehen bleiben, damit er nicht zum Risiko für die Folgefrucht wird? Tipps aus der Pflanzenbauberatung.

„Um das 4-Blatt-Stadium zu erreichen, benötigt der Raps etwa die gleiche Wärmesumme wie Kohlhernie zur Infektion der Rapswurzel“, stellen die Berater des Dienstleistungszentrums ländlicher Raum (DLR) in der Eifel fest.

Die Rechnung ist also recht einfach: Bleibt der Ausfallraps länger auf dem Feld stehen, erhöht sich die Gefahr der Kohlhernieausbreitung deutlich.

Ausfallraps bietet idealen Lebensraum für Schnecken und Mäuse

Neben Kohlhernie können sich Schnecken und Feldmäuse in mastigen Ausfallrapsbeständen sehr gut vermehren. Im nachfolgenden Getreide führt das zu Problemen.

Eine frühzeitige Beseitigung des Ausfallraps reduziert außerdem den Druck durch die kleine Kohlfliege: Die durchläuft im Ausfallraps ihre zweite Generation und siedelt von dort auf die im September auflaufenden Kulturrapsbestände über.

Ausfallraps ab dem 3-Blatt-Stadium beseitigen

Die DLR-Berater aus der Eifel empfehlen: „Beseitigen Sie daher den Ausfallraps spätestens bei Erreichen des 3- bis 4-Blatt-Stadiums. Je größer der Ausfallraps wird, umso schwieriger ist er mechanisch zu bekämpfen.“

Besonders Kurzscheibeneggen bearbeiten selbst bei tiefer Einstellung nicht die gesamte Oberfläche. Auch Stoppelgrubber mit schmalen Schaaren lassen einen gewissen Teil der Oberfläche unbearbeitet.

Risiko durch überlebenden Raps steigt bei Niederschlag

In diesen Streifen überlebt der Ausfallraps den Bodenbearbeitungsgang, selbst wenn er von Erde bedeckt ist. Die Praxis zeigt, dass sich Raps im 5-Blatt-Stadium mit einer Überfahrt mit einer Kurzscheibenegge nicht ausreichend erfassen lässt.

Kommt es unmittelbar nach dem Bearbeitungsgang zu Niederschlägen, wachsen auch herausgerissene Rapspflanzen wieder an.

Denken Sie bei anhaltend feuchter Witterung und großem Ausfallraps daher über den Einsatz eines nicht selektiven Herbizids nach.

Heterodera-Nematoden können sich vermehren

Auf noch ein weiteres Problem für den Zuckerrübenanbau ist zu achten, warnt der Landwirtschaftliche Informationsdienst Zuckerrübe (LIZ):

Je nach Auflaufbeginn des Ausfallrapses ist die Temperatursumme erreicht, die Nematoden zur Bildung einer Generation benötigen. Ab einer Temperatursumme von 300 °C kann sich eine Heterodera-Generation entwickeln, schon ab 250 °C ist eine Bekämpfung angeraten.

Die Auflaufbedingungen des Ausfallrapses unterscheiden sich je nach:

  • Wasserverfügbarkeit,
  • regionalem Niederschlag,
  • Temperatur/Hitze und
  • Reifezeitpunkt des Winterrapses

Diese Faktoren bestimmen den besten Zeitpunkt für einen Umbruch. Der Ausfallrapsmanager von LIZ soll als Onlinetool dafür Hilfestellung geben.

Mit Material von DLR Eifel, LIZ
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