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Sorten-Ratgeber

Die besten Rapssorten für Süddeutschland

am Freitag, 29.07.2016 - 07:00 (Jetzt kommentieren)

In Bayern werden fast nur noch Hybridsorten angebaut. Die neuen Hybriden versprechen überdurchschnittliche Erträge.

Die neuen Hybriden

Penn: Die Neuzulassung nimmt eine Spitzenstellung ein. Mit Kornerträgen von relativ 104 bis 106 in allen drei Anbaugebieten hat die Sorte von der Wertprüfung 1 (WP1) an hohe und stabile Erträge gezeigt. Ein knapp durchschnittlicher Ölgehalt von 43,9 Prozent reicht aus, um diese Position auch in der Marktleistung zu behaupten. In den ackerbaulichen Eigenschaften sind bisher weder extrem positive noch negative Eigenschaften aufgefallen.

Comfort: Diese ebenfalls neuere Sorte erreichte einen 1 Prozent höheren Ölgehalt von 44,9 Prozent. Damit konnte sie ihre leicht überdurchschnittlichen Erträge in der Marktleistung in allen drei Anbauregionen um jeweils einen Punkt ausbauen. Die Hybride ist bisher sehr ertragsstabil und ausgeglichen in ihren ackerbaulichenEigenschaften und wurde damit neu in das Beratungssortiment aufgenommen. Raffiness: Die Neuzulassung brachte ebenfalls einen sehr hohen Ölgehalt von 45,4 Prozent. Mit einer Marktleistung von relativ 101 bis 105 stößt sie damit in allen Anbaugebieten in die Spitzengruppe vor. Für intensive Regionen ist zudem die ausgesprochen gute Phomatoleranz von Vorteil. Neben Penn bietet Raffiness somit eine neue Alternative.

Avatar: Die derzeit anbaustärkste Sorte kann mit relativ 102 im Kornertrag die Leistungsfähigkeit der letzten Jahre auch in diesem Prüfzyklus bestätigen. Sie brachte stabile Werte an allen Versuchsstandorten. Mit 44,7 Prozent Ölgehalt hält die Sorte in der Marktleistung weiterhin mit. Im Herbst ist Avatar überdurchschnittlich wüchsig. Bei früher Saat und auf besseren Standorten besteht damit die Gefahr des Hochgehens des Vegetationskegels. Um Auswinterung vorzubeugen, ist hier ein gezielter Wachstumsreglereinsatz im Herbst angeraten oder eine um ein paar Tage spätere Saat. Ein Fungizid kann die schwächere Phomatoleranz unterstützen. 2015 war das in den Versuchen deutlich zu sehen.

Genie: Mit relativ 98 im Kornertrag konnte die Sorte nicht mehr ganz mit den neuen Spitzentypen mithalten. Durch den hohen Ölgehalt von 45,1 Prozent verbesserte sich die Sorte in der Marktleistung auf relativ 99 in allen drei Anbaugebieten. Die gute Phomatoleranz und eine verhaltene Jugendentwicklung im Herbst machen Genie zu einer ausgeglichenen Sorte. Das hatte eine nochmalige Anbauempfehlung für 2015 gerechtfertigt. Der Züchter will sie nach der diesjährigen Ernte aber nicht mehr weiterführen.

Raptor: Auch diese Hybride hielt ertraglich (relativ 96 bis 98) nicht mit den Spitzensorten mit. Im Ölgehalt legt sie mit 45,8 Prozent aber nach wie vor die Messlatte für neue Zulassungen. Durch hohe Ölzuschläge kann die ausgeglichene Sorte den schwachen Ertrag in der Marktleistung auf relativ 98 bis 100 verbessern. Bei bisher guten agronomischen Eigenschaften und einer ausreichenden Phomatoleranz war sie bisher eine wertvolle Erweiterung des Sortenspektrums.

PR46W26 und PR46W20: Die Pioneer- Sorten zeigten eine geringere Widerstandskraft gegen die Wurzelhalskrankheit Phoma lingam und Rapskrebs. Trotz einer Herbst- und Blütenbehandlung mit Fungiziden fielen beide im Ertrag mit relativ 97 bis 100 allmählich zurück. Auch wenn sie im Ölgehalt noch mithalten können, läuft ihre Zeit allmählich ab. Regional brachten beide Sorten in den fränkischen Hauptanbaugebieten noch gute Leistungen.

Resistente Sorten gegen Kohlherniebefall

In den letzten Jahren wurden auch in Bayern vermehrt Schäden durch Kohlherniebefall gemeldet. Mit Andromeda und SY Alister werden schon seit 2012 zwei neuere tolerante Sorten in den LSV geprüft. Seit dem Anbau 2014 steht mit Mentor eine weitere resistente Sorte zur Verfügung. Bei mittleren Kornerträgen brachte diese neue Sorte im Ölgehalt einen gewaltigen Fortschritt: Mit 45,3 Prozent Öl in den bisherigen Prüfungen hält Mentor mit den derzeitigen Spitzensorten voll mit. Sie erreicht damit eine Marktleistung von relativ 100 und 101. Auf Befallsflächen lässt sich damit weiter ohne wirtschaftliche Verluste Raps anbauen. Die derzeit vorhandenen Sorten sind aber nicht gegen alle im Boden vorkommenden Rassen resistent. Die wertvollen Hybriden sollten daher keinesfalls rein prophylaktisch angebaut werden. Das würde die Selektion dieser Rassen fördern und einen vorzeitigen Resistenzdurchbruch beschleunigen.

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