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Ölsaaten

Blütenbehandlung im Raps steht an

© ah
von , am
27.04.2015

Sclerotinia, Kohlschotenrüssler und fehlender Stickstoff sollten jetzt bedacht werden, damit in zwei Monaten auch gut Korn in den Tank kommt. Die Blütenbehandlung im Raps steht an.


Eine der Hauptkrankheiten während der Blüte und Abreife des Rapses, die Weißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum), tritt je nach Witterungsbedingungen von Jahr zu Jahr in sehr unterschiedlichem Ausmaß auf. Dr. Michael Kraatz vom Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) empfiehlt, mit Hilfe von Sklerotiendepots die Apothezienbildung (Fruchtkörper) auf den eigenen Schlägen zu überwachen. "Dabei sollten insbesondere auch die Weizenbestände auf Vorjahresrapsschlägen einbezogen werden", schreibt Dr. Kraatz im Pflanzenbaurat.
 
Die Vollblüte ist der optimale Termin für die Blütenbehandlung gegen Sclerotinia. Der Zeitpunkt ist erreicht, wenn 50 % der Blüten am Hauptrieb geöffnet sind und erste Blütenblätter abfallen.
 
Als Entscheidungshilfe über die Notwendigkeit einer Behandlung und den optimalen Termin für die Maßnahme in der Rapsblüte, empfhiehlt Dr. Kraatz die SkleroPro-Prognose.

Sclerotinia-Infektion: Wetterlage beachten

Sclerotinia benötigt für das Keimen seiner Apothezien feuchte Unterlagen. Regenschauer und Tau verhindern das Vertrocknen. Mit Infektionen ist zu rechnen, wenn Blütenstaub auf sporulationsfähige Apothezien fällt und so die Sporenbildung (Sporulation) auslöst.
  • Frühe Rapssorten haben zwar offene Blüten, schütten aber wenig Blütenstaub aus. 
  • Zieht sich die Rapsblüte hin, ist auch der Befalls-Zeitraum länger. Deshalb: Wetterlage beachten.
  • N.U. Agrar rät: "Die Blütenspritzung sollte erfolgen, wenn 40 Prozent (%) der Blüten geöffnet sind, bevor die ersten Blütenblätter abfallen. Die Wirkung von strobilurin- und/oder carboxamidhaltigen Fungiziden hält zwischen drei und vier Wochen bis Ende der Blüte an."

Spritzbrühe achtsam mischen

Wenn Kohlschotenrüssler und -mücken bekämpft werden, sollte die Blütenspritzung laut N.U. Agrar in die Abendstunden - nach Bienenflug - verlegt werden. Gleichwohl die Spritzung tagsüber auch zulässig sei. Der Zusatz von 20 Prozent AHL zur Blütenspritzung diene zur Ergänzung des N-Bedarfs der Schoten, vermindere aber auch die Abdrift und führe zur besseren Anlagerung von Fungiziden und Insektiziden.

ah-Nutzer haben guten Raps

Unter den agrarheute.com-Nutzern sind die Rapsfelder in diesem Jahr gut aus der Winterruhe erwacht. Unsere ah-Umfrage "Wie sind ihre Rapsbestände aus dem Winter gekommen?" ergab folgendes Ergebnis:
  • 43 Prozent: "Klasse, der Raps steht jetzt schon klasse da."
  • 40 Prozent: "Befriedigend, die Lücken müssen sich erst noch schließen."
  • 17 Prozent: "Katastrophe, ich musste umbrechen."

BMEL startet Umfrage zu PSM-Einsatz

Auch das Bundeslandwirtschaftsministerium hat eine Umfrage am Start. Im Rahmen des "Nationalen Aktionsplans zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln" (NAP) wird eine Studie zum Ist-Stand bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln durchgeführt. Hierzu werden bundesweit Betriebe aus den Bereichen Landwirtschaft, Landschaftsbau sowie Gärtnerei befragt, die Pflanzenschutzmittel anwenden. Nach der Evaluierung sollen Verbesserungen geschlussfolgert werden.
 
Auftragnehmerin ist die Agrifood Management & Strategy GmbH, eine Ausgründung der Universität Göttingen, mit Sitz in Göttingen und Berlin.
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