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Ölsaaten

Brasilien: Sojaernte ist ausverkauft

© landpixel
von , am
26.09.2012

In Brasilien ist die Sojaernte aus dem Frühjahr 2012 nahezu ausverkauft. Dies lassen sowohl Daten des brasilianischen Handelsministeriums als auch Meldungen der Branchenorganisation ABIOVE erkennen.

Mit Verlusten von 12 Cent liegt die Sojabohne wieder unter der wichtigen 10-Dollar-Marke. © hapo/landpixel
Damit ist der Weltmarkt noch mehr auf die im September begonnene US-Ernte angewiesen und die Preise blieben wohl weiter hoch.
 
Nach den Daten des Handelsministeriums haben die Brasilianer von Februar 2012 bis Mitte September 2012 rund 30 Millionen Tonnen (Mio. t) Sojabohnen exportiert und damit beinahe so viel wie für das am 31. Januar 2013 zu Ende gehende Wirtschaftsjahr erwartet wurden. Die Branchenorganisation ABIOVE schätzte die gesamte Ausfuhrmenge bis zum 31. Januar 2013 auf 30,5 Mio. t.

Aussaat hat gerade begonnen

Die Aussaat für die kommende Ernte hat im Bundestaat Matto Grosso und in Zentralbrasilien gerade begonnen und kann im Süden des Landes bis Anfang November dauern. Geerntet werden die neuen Sojabohnen in Brasilien dann von Februar bis März.

Trockenheit hat Exportpotential reduziert

Allerdings versuchen die Brasilianer auch in anderen Jahren, den weitaus größten Teil ihrer Exporte vor Beginn der US-Ernte am Weltmarkt abzusetzen. Nur selten ist dies jedoch so früh und vollständig gelungen wie in diesem Jahr.
 
Auch in Brasilien blieb die Ernte im letzten Frühjahr wegen der massiven Trockenheit im Süden des Landes nämlich hinter den ursprünglichen Erwartungen zurück. Damals hatte man zunächst eine Ente von 75 Mio. t erwartet und musste die Prognose dann um knapp neun Millionen Tonnen auf 66,5 Mio. t senken. Ähnlich war die Situation in Argentinien. Damit ist jedoch auch das globale Angebot seit dem Frühjahr knapp.

Kaum noch Lagerbestände

Die Preise bleiben mindestens bis zum Frühjahr hoch.
Dennoch standen im Frühjahr 2012 noch große Bestände aus der brasilianischen Rekordernte von 2010 (75,5 Mio. t) zur Verfügung, um die Ausfuhr trotz der schwachen Ernte auf relativ hohem Niveau zu halten. Immerhin erreichten die brasilianischen Exporte von Oktober 2011 bis Januar 2012 ein Volumen von 5,7 Mio. t. Dies wird ganz offensichtlich in diesem Jahr nicht möglich sein, auch wenn die hohen Preise alle Reserven mobilisieren.

US-Ernte läuft auf Hochtouren

Damit wird sich die Nachfrage bis zur neuen Ernte in Südamerika auf die USA richten. Dort waren Mitte September bereits 22 Prozent (%) der Sojaflächen abgeerntet und damit mehr als doppelt so viel wie im langjährigeren Mittel. Gleichwohl soll die US-Produktion wegen der Dürre um zehn Millionen Tonnen auf 73 Mio. t schrumpfen und das Exportpotential geht um sieben Millionen Tonnen auf 30 Mio. t zurück.

Preise mindestens bis zum Frühjahr hoch

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Vor diesem Hintergrund bleiben die Preise bis zur neuen Ernte in Südamerika hoch. Am US-Terminmarkt wird diese Erwartung mehr als bestätigt. Dort geben die Kontraktpreise auch im Frühjahr 2013 nur sehr moderat nach und bleiben bis zur neuen US-Ernte 2013 sehr hoch. An den europäischen Importhäfen kosteten US-Sojabohnen (Rotterdam) für den Oktobertermin diese Woche 637 US-Dollar je Tonne (USD/t) und für den Dezember 643 USD/t. Brasilianische Ware wurde für den Märztermin 2013 für 628 USD/t angeboten und für den April für 599 USD/t.
 
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