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Ölsaaten

Brasilien: Sojaernte weiter auf Rekordniveau

von , am
10.12.2012

Verbesserte Witterungsbedingungen und eine Anbausausweitung könnten in Brasilien für eine Rekordernte bei Soja und Mais sorgen. Die Analysten korrigierten die Ernteprognosen nach oben.

© Mühlhausen/landpixel
Rekordverdächtig sind die Ernte-Prognosen weiterhin für Brasilien. Sowohl die privaten Analysten von Informa Economics als auch die brasilianischen Experten von Conab äußerten sich diese Woche sehr optimistisch zur neuen Mais- und Sojaernte beim größten südamerikanischen Produzenten und Exporteur.

Sehr gute Prognosen bei Soja

Die brasilianische Sojaproduktion wurde von Informa Economics im Vergleich zum Vormonat nochmals leicht auf 81,4 Millionen Tonnen (Mio. t) nach oben gesetzt und liegt damit jetzt über der November-Prognose des USDA von 81 Mio. t. Die brasilianischen Analysten von Conab korrigierten ihre Erwartung für die kommende Ernte aufgrund der zuletzt wieder verbesserten Witterungsverhältnisse auf 82,6 Mio. t. nach oben.

Neuer Exportweltmeister?

Mit der Rekordernte würden die brasilianischen Farmer das relativ schwache Vorjahresergebnis (Trockenheit in Südbrasilien) um 15 Mio. t oder mehr als 20 Prozent (%) übertreffen und die Exporte könnten eine Größenordnung von mehr als 37 Mio. t erreichen. Gleichzeitig würde Brasilien die USA als weltweit größter Exporteur von Soja überholen. Grundlage für das erwartete Produktionswachstum sind neben den verbesserten Witterungsbedingungen vor allem die von Analysten und von offiziellen Stellen (Conab) unterstellte Anbauausweitung um rund 2,5 Millionen Hektar (Mio. ha) auf 27,3 bis 27,5 Mio. ha.

Maisernte variiert stärker

Die brasilianische Maisernte wurde von Informa Econmics auf 66,2 Mio. t geschätzt und damit geringfügig kleiner als im November. Das USDA geht bei Mais bisher allerdings von einer Ernte von rund 70 Mio. t aus und liegt damit relativ deutlich über der Informaprognose. Die brasilianischen Ernteerwartungen von Conab lagen mit 71,5 Mio. t bis 72,9 Mio. t sogar noch deutlich über den USDA-Schätzungen.

Wintermais wird immer wichtiger

Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass © dlv
Einen Teil der durch Witterungsprobleme in Zentralbrasilien bedingten Verzögerungen bei der Aussaat von Mais, dürften die Farmer zudem noch durch die Aussaat von Mais als Zweitfrucht nach Soja ausgleichen. Zuletzt wurden rund 40 bis 45 % des Mais in Brasilien als Wintermais oder Safrina, nach Soja als Zweitfrucht, im Februar gesät und dann von Juni bis Juli geerntet. Die Exportprognosen für den brasilianischen Mais liegen zwischen 19 Mio. t (Conab) und 21 Mio. t (USDA) und damit auf Rekordniveau.
 
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