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Ölsaaten

Brasilien steigert GV-Sojaanbau

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von , am
04.01.2013

Brasilien hat für die Anbauperiode 2012/13 die Sojaflächen erneut ausgeweitet - davon sind fast zu 90 Prozent gentechnisch veränderte Pflanzen (GVO) und damit sechs Prozent mehr als gegenüber dem Vorjahr.

Die Brasilianer sollen dieses Jahr mit 111 Mio. t eine Rekordsojaernte einfahren. © landpixel
Auch in diesem Jahr haben die Landwirte in Brasilien wieder mehr gentechnisch veränderte Pflanzen ausgesät als im Vorjahr. Insgesamt steigt der Gentechnik-Anteil bei Sojabohnen, Mais und Baumwolle um 14 Prozent. 2013 wird bei Sojabohnen eine Rekordernte von 80 Millionen Tonnen erwartet. 89 Prozent davon entfallen nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters auf gentechnisch veränderte Sorten, gegenüber 2012 ein Zuwachs um sechs Prozent. Die Angaben stützen sich auf Erhebungen des brasilianischen Agro-Beratungsunternehmens Céleres.
 
Allein bei Sojabohnen nehmen die mit gentechnisch veränderten Sorten bewirtschafteten Flächen um etwa drei Millionen Hektar zu. Bei Mais beträgt dieser Zuwachs etwa 1,5 Millionen Hektar, bei gv-Baumwolle bleibt der Anbau fast unverändert bei 550.000 Hektar.
 

Gentechnik-freier Sojaabbau wird schwieriger

Als Folge des anhaltenden Trends zu gv-Sojabohnen wird es in Brasilien immer schwieriger und technisch aufwändiger, "gentechnik-freie" Sojabohnen zu erzeugen. Ein Anbau mit konventionellen Sorten und von der übrigen Ernte getrennten Transport- und Verarbeitungswegen findet in einigen Regionen im Norden und Nordosten Brasiliens statt. Nach Angaben des Verbandes Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG) werden in Brasilien jährlich sechs Millionen Tonnen Sojabohnen erzeugt, die als "gentechnik-frei" zertifiziert sind und damit einen GVO-Gehalt von höchstens 0,1 Prozent aufweisen.

Brasilien reagiert auf US-Dürre

Die Flächenausweitungen im Sojaanbau führen Agraranalysten auf die massiven Ertragsausfälle in den USA als Folge der "Jahrhundertdürre" im Sommer zurück. Brasilien hofft, von steigenden Weltmarktpreisen zu profitieren. Brasilien ist zusammen mit den USA der größte Sojaexporteur der Welt. Der wichtigste Importeur ist mit weitem Abstand China vor der EU. Vor allem zur Verwendung als Futtermittel führt die EU jährlich 35 Millionen Tonnen Sojabohnen und -schrote ein, Deutschland 3,5 Millionen Tonnen - überwiegend aus Brasilien. In einzelnen Bundesstaaten wie Rio Grande do Sul werden fast ausschließlich gv-Sojabohnen angebaut.
 
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