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Ölsaaten

Brasilien/Soja: Logistikprobleme behindern Export

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von , am
08.03.2013

In Brasilien läuft die Sojaernte auf Hochtouren. Allerdings scheint das hohe Erntetempo und die stark gestiegene Erntemenge die Infrastruktur zu überfordern.

© Mühlhausen/landpixel
Die auf vollen Touren laufende brasilianische Sojaernte wird riesig. Das bestätigt ein aktueller Report des vor Ort in Brasilien tätigen Büros des US- Landwirtschaftsministeriums (USDA) ebenso wie die nationalen Analysten von Celeres, Agroconsult, Safras e Mercado oder Conab. Die brasilianischen Ernte-Schätzungen bewegen sich zwischen 80 und 84,7 Millionen Tonnen (Mio. t). Das brasilianische USDA-Büro hat kurz vor Veröffentlichung des neuen USDA-Berichts am Freitag seine Prognose leicht von 83,5 Mio. t auf 82,5 Mio. t gesenkt. Auch dies ist jedoch ein absoluter Produktionsrekord. Allerdings erschweren derzeit massive logistische Probleme sowohl den Transport als auch die Verschiffung der neuen Ernte.

Massive Logistikprobleme

Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass © dlv
Bis Ende Februar war Brasiliens Sojaernte bereits zu 40 Prozent (%) komplett, in Mato Grosso sogar zu 50 %. Im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt ist dies ein Produktionsvorsprung von etwa 15 Prozentpunkten. Angesichts des hohen Erntetempos und der stark gestiegenen Erntemenge ist Brasiliens Infrastruktur offenbar völlig überfordert. Zum einen gibt es nicht ausreichend Trocknungs- und Lagerkapazitäten, zum andern reichen die Transport- und Verlademöglichkeiten nicht aus. Die Folgen sind rasant steigenden Transportkosten, die rund 20 bis 50 % über denen des Vorjahres liegen.

Rückstau an den Häfen

Geleichzeitig können die an den Exporthäfen ankommenden Mengen wegen der ebenfalls begrenzten Verladekapazitäten nicht zeitnah auf die wartenden Schiffe verladen werden. Hinzu kommen die Streiks im größten Hafen Santos im Bundesstaat Sao Paulo. Teilweise müssen die Schiffe in den an den wichtigsten Häfen bis zu 50 Tagen warten und Analysten halten Wartezeiten von bis zu 60 Tagen möglich. Das hat zumindest kurzfristig auch Konsequenzen auf Angebot, Nachfrage und das Einkaufsverhalten der Importeure.
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