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Ölsaaten

Brunner fordert länderübergreifende Eiweißstrategie

von , am
27.11.2013

Augsburg - Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner will die Eigenversorgung der Landwirte mit gentechnikfreien Futtermitteln europaweit voranbringen.

In Europa wurden 2014 auf rund 0,507 Millionen Hektar Sojabohnen angebaut © sima/Fotolia.com
"Wir brauchen eine europäische Eiweißstrategie, um unsere Bauern unabhängiger von Futtermittelimporten aus Übersee zu machen", sagte der Minister zum Auftakt des Internationalen Donau-Soja-Kongresses in Augsburg. Auf Einladung Brunners diskutieren bei dem zweitägigen Kongress Gäste aus 26 europäischen Ländern, wie sich der Anbau von Soja und anderen für die Tierfütterung notwendigen Eiweißpflanzen ausweiten lässt.
 
"Nur durch länderübergreifende Zusammenarbeit können wir rasch spürbare Fortschritte erzielen", sagte Brunner mit Blick auf die hierzulande begrenzten Anbaumöglichkeiten für das wärmeliebende Soja.

EU muss Anbau von Eiweißpflanzen fördern

Eine Ausweitung der Anbauflächen in Europa sei nicht nur ein notwendiger Beitrag zur Erzeugung gentechnikfreier Lebensmittel. Sie verbessere zudem die Versorgungssicherheit für die Landwirte, stärke regionale Wirtschaftskreisläufe und diene dem Klimaschutz. Von der EU erwartet der Minister deshalb Impulse, die den Anbau von Eiweißpflanzen voranbringen, etwa die praxisgerechte Anrechnung bei den künftigen Greening-Vorgaben für die Landwirte und eine verstärkte Forschung. Ein entsprechendes Signal in Richtung Brüssel hatten auf Initiative Brunners im August bereits die Agrarminister von Bund und Ländern formuliert.

Soja-Anbau im Donauraum

Die Initiative "Donau-Soja" hatte der Minister im vergangenen Jahr gemeinsam mit Österreich gestartet, um für rasche Fortschritte bei Züchtung und Anbau geeigneter Sorten zu sorgen.
 
Verarbeitung und Vermarktung sollen optimiert, verlässliche Liefer- und Wertschöpfungsketten aufgebaut und der Wissenstransfer in die Praxis verbessert werden. Zahlreiche europäische Staaten wie Serbien, Kroatien, Ungarn, Slowenien, Bosnien und Herzegowina, die Schweiz und ganz aktuell auch Polen und Bulgarien haben sich der Initiative inzwischen angeschlossen.

Futtermittel-Importe reduzieren

Brunner sieht Bayern deshalb als Schrittmacher für Bund und EU, zumal der Minister bereits 2011 eine eigene Bayerische Eiweißstrategie gestartet hat, um die Eigenversorgung mit Eiweißfuttermitteln im Freistaat zu verbessern und Importe zu verringern. Fast vier Millionen Euro hat Brunner für das Programm bereits bereitgestellt. Es setzt neben einem stärkeren Anbau von Eiweißpflanzen wie Soja, Kleegras und Luzerne gezielt auch auf eine effizientere Nutzung vorhandener Futterquellen wie Grünland oder Rapsschrot. Derzeit sind die bayerischen Bauern noch auf den Import von jährlich 800.000 Tonnen oft gentechnisch verändertem Sojaschrot als Futter für Rinder, Schweine und Geflügel angewiesen.
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