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Rapsaussaat

Crispr-Urteil bedeutet das Aus für herbizidtoleranten Raps

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Karl Bockholt, agrarheute
am
23.08.2018

Zuerst war er bei uns nicht als Gentechnik eingestuft. Jetzt gilt der Raps der US-Firma Cibus doch als gentechnisch verändert. Das folgt aus dem neuesten Urteil vom Europäischen Gerichtshof (EuGH).

Ende Juli hatte der Europäische Gerichtshof (EuGH) neue Züchtungsverfahren als Gentechnik eingestuft. Das hat Folgen für die US-amerikanische Firma Cibus. Sie wollte bei uns einen herbizidresistenten Raps auf den Markt bringen.

Bescheid zurückgenommen

Dafür hat das BVL seinen Bescheid aus 2015 nun zurückgenommen. Seinerzeit wurde festgestellt, dass die mit Hilfe des Rapid Trait Development Systems (RTDS) erzeugten Rapslinien keine gentechnisch veränderten Organismen (GVO) im Sinne des Gentechnikgesetzes (GenTG) seien.

Damit wären Feldversuche mit den betreffenden Ölpflanzen in Deutschland ohne Genehmigungen möglich gewesen. Basis des damaligen BVL-Bescheids war eine Stellungnahme der Zentralen Kommission für die Biologische Sicherheit.

Mit seinem Urteil vom 25. Juli 2018 hat der EuGH nun anders geurteilt (Rechtssache C-528/16).

Folge des aktuellen Urteils

Das von dem US-Züchter verwendete Züchtungssystem ist eine sogenannte Oligonukleotid-gesteuerte-Mutagenese (OgM). Nach dem aktuellen EuGH-Urteil sind zum einen alle mit Mutagenese gezüchteten Organismen gentechnisch verändert im Sinne der EU-Freisetzungsrichtlinie.

Zum anderen sind danach Ausnahmen in der EU-Richtlinie eng auszulegen. So sind nur ganz bestimmte Organismen vom Anwendungsbereich ausgeschlossen, die mit Mutagenese erzeugt wurden. Das sind solche, die herkömmlich bei einer Reihe von Züchtungen angewandt wurden und seit langem als sicher gelten.

Für das von Cibus verwendete RTDS-System greife der Ausnahmetatbestand der Mutagenese in der EU-Richtlinie nicht. Diese Form der Mutagenese wird in der Pflanzenzüchtung nämlich erst seit kurzem angewendet.

Mit Material von BVL
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