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Nährstoffversorgung

Düngeverordnung: So düngen Sie Raps richtig

Rapsbestand im Frühjahr
am Mittwoch, 08.03.2017 - 07:00 (Jetzt kommentieren)

Die letzte schwache Rapsernte brachte Bilanzüberschüsse. Diese gilt es zu vermeiden. Gleichzeitig ist aber eine ausreichende Starthilfe nach dem Frost nötig. Hier die Empfehlungen für eine optimale Nährstoffversorgung im Frühjahr.

Die neue Düngeverordnung legt den Stickstoffbedarf beim Raps standortgenau fest. Um eine gute Bestandsentwicklung im Frühjahr zu erreichen ist ein ausreichendes Andüngen erforderlich. Wie Sie die Düngegaben über die Vegetationsperiode am besten verteilen, hat das dlz agrarmagazin in seiner aktuellen Ausgabe Februar 2017 erklärt.

Nährstoffbedarf nach neuer Düngeverordnung

Basis: Sollwert-N-Bedarf für 40 dt/ha: 200 kg/ha

  • Im Boden verfügbare Stickstoffmenge (Nmin: 30 kg/ha): Abschlag 30 kg/ha
  • Ertragsdifferenz zum Sollwert (Ist-Ertrag: 5 dt/ha): Zuschlag: 10 kg/ha
  • Stickstoffnachlieferung aus dem Bodenvorrat (Humusgehalt: 1,5%): keine Zu- und Abschläge
  • Stickstoffnachlieferung aus der organischen Düngung der Vorjahre (Gesamt-N: 60 kg/ha): Abschlag: 6 kg/ha
  • Stickstoffnachlieferung der Vorfrucht (Gerste): keine Zu- und Abschläge

Düngebedarf während der Vegetationsperiode: 174 kg N/ha

    N-Düngung: Teilgaben bringen Sicherheit

    Eine Einmaldüngung zu Vegetationsbeginn empfiehlt sich aus wirtschaftlicher Sicht vorrangig auf lehmigeren Böden. Problematisch wird es bei der einmaligen Gabe, wenn zur N-Düngung mögliche Frostschäden noch nicht voll absehbar sind. Der Ertrag wird überschätzt und es kommt zu einer überzogenen Düngung. In dieser Situation sind Teilgaben empfehlenswert.

    Kritische Schläge sind mit geringeren N-Mengen anzudüngen. Gegebenenfalls ist eine 1-a-Gabe vorzulegen. Ist eine Regeneration sicher abzusehen, sollte der zeitliche Abstand zwischen den Teilgaben möglichst kurz gehalten werden. Als Orientierungshilfe für die Beurteilung gilt: Bei Bestandsdichten von zehn gleichmäßig verteilten Pflanzen pro Quadratmeter kann normalerweise noch mit 80 Prozent des Ertrags gerechnet werden.

    Mikronährstoffe sind für die Stickstoffaufnahme wichtig

    Um die angebotene Stickstoffmenge so effizient wie möglich zu nutzen ist eine gute Versorgung auch mit Mikronährstoffen wichtig. Blattdüngung wirkt einem latenten oder akuten Nährstoffmangel während der Vegetationsperiode entgegen. Dieser tritt vor allem in Trockenperioden auf leichten Böden auf. Aber auch auf besseren Böden kommt es zu Mangelerscheinungen durch unterschätzte Nährstoffentzüge oder dem Einsatz hochkonzentrierter Hauptnährstoffdünger ohne Mikronährstoffe.

    Besonders kritisch wird es, wenn Bor, Mangan und Molybdän fehlen. Der Bedarf an Bor ist bei Raps fünf- bis zehnmal höher als bei Getreide. Bor stärkt die Zellwände und ist wichtig bei der Befruchtung. Ein Mangel kann zu fehlenden Körnern in der Schote ung geringerem Ölgehalt führen. Grundsätzlich empfohlen wird eine Gabe von 200 bis 250 g/ha bor über eine Blattdüngung bis Blühbeginn. Wählen Sie die Blattdünger in ihrer Nährstoffzusammensetzung nach der Fruchtart aus und achten Sie auf günstige Anwendungseigenschaften.

    Versuchserbebnisse zeigen allerdings auch: Bei guter Nährstoffversorgung bringen Blattdünger generell keine oder nur geringe Mehrerträge. Hier entscheidet letztlich die Wirtschaftlichkeit.
     

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