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Ölsaaten

Eiweißfutter bleibt knapp

von , am
14.10.2011

Soja bleibt wohl knapp und teuer. Zwar gaben die Sojapreise im September kräftig nach, zum Monatswechsel bestimmte dann jedoch die Erkenntnis über eine weltweite knappe Versorgung die Entwicklung an den Märkten.

Diese Einschätzung wird durch den jüngsten Bericht des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) über die globale Versorgungslage bei Soja nachdrücklich bestätigt.  

Kräftiger Produktionsrückgang in den USA

Die weltweite Produktionsmenge für das Wirtschaftsjahr 2011/12 wird vom USDA auf 258,6 Millionen Tonnen geschätzt und der Gesamtverbrauch auf 261,8 Millionen Tonnen (Mio. t). Während die Verbrauchsmenge damit um rund zehn Mio. t bzw. gut vier Prozent zugenommen hat, liegt die Produktion etwa 6 Mio. t oder gut 2 Prozent (%) unter dem Vorjahreswert und gut 3 Mio. t unter dem Verbrauch.
 
Hauptursache für den Produktionsrückgang und die entstandene Versorgungslücke ist der Rückgang der Sojaerzeugung in den USA. Wegen der Probleme bei der Frühjahrsaussaat und den schwierigen Wachstumsbedingungen, liegen die Erträge beim weltweit größten Erzeuger und Exporteur fast 5 % unter dem Vorjahr. Hinzu kommt, dass sich etliche US-Farmer preisbedingt für den Anbau von Mais (anstelle von Soja) entschieden haben. Entsprechend ging auch die Anbaufläche um 4 % zurück. Insgesamt summieren sich diese Faktoren nach dem jetzigen Stand (etwa 50 % der Ernte sind eingebracht), auf eine Minderproduktion von 9 Mio. t bzw. 9 % und damit auf eine Erntemenge von nur 83,3 Mio. t.

La Nina Sorgen in Südamerika

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Beim zweitgrößten Produzenten und Exporteur Brasilien, wird wegen des La Nina Phänomens (Trockenheit) mit Verzögerungen bei der laufenden Aussaat und einem schlechteren Wachstum der Pflanzen gerechnet. Die Folge ist nach jetziger Einschätzung eine rund 2 Mio. t bzw. 3 % kleinere Ernte als im Vorjahr. Allerdings hatte man im letzten Jahr mit 75,5 Mio. t auch einen absoluten Produktionsrekord erzielt. Auch beim weltweit drittgrößten Sojaproduzenten und Exporteur Argentinien könnte sich La Nina noch auswirken. Bislang geht man dort jedoch von einer sehr guten Ernte von 35,0 Mio. t und damit einer deutlichen Produktionssteigerung von 8 % bzw. 4 Mio. t gegen über dem Vorjahr aus. Ursachen sind eine Flächenausweitung von 5 % und ein Anstieg der Erträge von 3 % im Vergleich zum Vorjahr.
 
60 % der Sojabohnen gehen nach China
 
Auf Rekordniveau erwartet das USDA den Außenhandel mit Soja und auch mit Sojaschrot. Zwar führt der Produktionsausfall der USA zu einem Rückgang der US-Exporte um 8 % auf 37,4 Mio. t, dieser wird jedoch durch die Zunahme der südamerikanischen Ausfuhren mehr als ausgeglichen. Brasilien rückt mit einer Ausfuhrmenge von 36,5 Mio. t nah an die Exportmenge der US-Amerikaner heran. Im Vergleich zum Vorjahr wäre dies eine Zunahme von 22 % bzw. 6,5 Mio. t. Die argentinischen Exporte werden auf 11,8 Mio. t geschätzt, was eine Steigerung von 40 % bzw. 3,3 Mio. t bedeutet. Die erwartete Expansion der südamerikanischen Exporte reicht jedoch nicht aus, um die steigende weltweite Nachfrage nach Eiweißfutter zu decken.
 
So nimmt die Importmenge Chinas um 9 % bzw. 4,5 Mio. t auf 56,5 Mio. t zu. Damit importieren die Chinesen etwa 60 % des weltweit gehandelten Sojas und haben damit ganz erheblichen Einfluss auf die Preise. Zweitgrößter Soja- und mit Abstand größter Sojaschrotimport bleibt die EU. Für die EU-Länder rechnet das USDA mit stagnierenden Sojaimporten von etwa 12,6 Mio. t. Dagegen sollen die Schrotimporte um rund 1 Mio. t auf 23 Mio. t zunehmen.
 
 
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