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Ölsaaten

Wie entwickelt sich der Ölsaatenmarkt in 2013/14?

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von , am
12.11.2013

Auf der Agritechnica geht es nicht ausschließlich um Technik. Bei der DLG-Veranstaltung "Agrarmärkte 2014" stand der kurz- und mittel-/langfristige Ölsaatenmarkt im Zentrum.

Nationale Importverbote von GVO-Futter- und Lebensmitteln wird es vermutlich nicht geben. © landpixel
"Was bewegt die nationalen und internationalen Märkte für Ölsaaten?" Darüber informierte Oliver Balkhausen vom Handelshaus Toepfer International auf der Veranstaltung "Agrarmärkte 2014". Wobei Balkhausen den Begriff "national" im Titel für fast überflüssig erachtet - weit größeren Einfluss auf die hiesigen Preisentwicklungen haben die internationalen Märkte.

Der Ölsaatenmarkt - kurzfristig betrachtet

Kurzfristig werden sich die große Nachfrage nach Soja aus China auf den Markt auswirken. Allein im Jahr 2013/14 verzeichnete man einen Anstieg um zehn Millionen Tonnen. Dieser verhältnismäßig große Sprung hat aber auch mit der schwierigen Marktsituation im vergangenen Jahr zu tun. "Generell wächst die Nachfrage nach Soja aus China stetig, weil die Chinesen selbst beim Anbau eher Soja durch Mais ersetzen und der Eiweißbedarf der wachsenden chinesischen Schweineproduktion immer größer wird", erklärt unser Marktexperte und Redaktionsleiter des Marktkompass, Dr. Olaf Zinke.
 
Wichtig für die weitere Preisentwicklung sind auch die Wetteraussichten für Südamerika. Hier wächst gerade die neue Sojaernte heran. Sowohl Anbaufläche, als auch die Ertragsaussichten lassen eine Rekordernte erwarten. "Angesichts der sehr großen erwarteten Ernte wird der Ölsaatenpreis in den nächsten Wochen tendenziell sinken", prognostiziert Zinke.

Der Ölsaatenmarkt mittel- und langfristig

Mittel- und langfristig ist die weitere Nachfrageentwicklung für den Preis interessant. "Ein weiterer Anstieg (der Nachfrage) scheint aber sicher", prognostiziert Balkhausen. Momentan sei Soja im Vergleich zu Mais (ein Soja-Substitut) ungewöhnlich teuer. Auch die Marktversorgung bleibt eng - wegen des höheren Verbrauchs schrumpfen die Bestände trotz Rekordernten. Beide Faktoren dürften dazu führen, dass US-Farmer - ebenso wie ihre Kollegen in Brasilien und Argentinien - bei der nächsten Aussaat auf Soja setzen. Langfristig wirkt sich dieser Faktor preisdämpfend auf Soja aus.
 
Auch die EU-Biokraftstoffpolitik wird sich entscheidend auf den Verbrauch von Ölsaaten auswirken. Sollte der Rapsanteil im Biodiesel sinken (müssen) wird dieser nach Einschätzung von Balkhausen durch Palmöl- und Sojaprodukte ersetzt. Spannend für die Preisentwicklung am Ölsaatenmarkt bleibt auch die Frage, ob die EU Antidumpingzölle auf argentinischen Biodiesel erhebt.
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