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Ölsaaten

Erhebliche Soja-Ernteausfälle in Brasilien

© landpixel
von , am
06.03.2012

Wegen extremer Trockenheit im Süden Brasiliens bleiben die Sojaerträge unter den bisherigen Schätzungen. Damit muss die Sojaernte Südamerikas weiter nach unten korrigiert werden.

© Werkbild Bayer
Nach deutlichen Korrekturen in Argentinien setzen die Analysten jetzt auch ihre Ernteprognosen für Brasilien herab. Der im Dezember und Januar ausbleibende Niederschlag hat im südlichen Bundestaat Rio Grande do Sul zu massiven Ertragsausfällen geführt. Nach derzeitigen Schätzungen liegen die Mindererträge bei 25 Prozent im Vergleich zur ursprünglichen Schätzung von Anfang Januar.
 
Daher haben Experten des US-Landwirtschaftsministeriums in ihrem Soja-Update für Brasilien Ende Februar, ihre Ernteprognose auf 70 Millionen Tonnen Soja herabgesetzt. Die bisherige Rekordernte aus dem Vorjahr von 75, 3 Millionen Tonnen würde damit um sieben Prozent geringer ausfallen. Die Exportpreise beim wichtigsten Eiweißfutter sind an den südamerikanischen Verladehäfen in diesem Jahr um zehn bis 15 Prozent gestiegen.
 

Weitere Ertragseinbußen durch Pilzbefall

In den Bundesstaaten Mato Grosso und Bahia haben zudem massive Niederschläge zu erheblichen Problemen mit dem Asiatischen Rost geführt. Der verstärkte Einsatz von Fungiziden erhöht zudem die Kosten. Wegen des Pilzbefalls kommt es regional zu Ertragseinbußen von bis zu 20 Prozent. So schätzten die Analysten von AgroConsult die Sojaernte auf 69,9 Millionen Tonnen und die Kollegen von AgRural nur noch auf 68 Millionen Tonnen.

Der Staat öffnet die Lager

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Die brasilianische Regierung hat letzten Freitag auf die schlechten Ernteergebnisse im Süden des Landes reagiert und eine Verkaufsaktion von 700.000 Soja aus staatlichen Lagern angekündigt. Der Verkauf soll die Futterversorgung verbessern und einen stärkeren Preisanstieg verhindern. Geplant ist der Absatz von 500.000 Tonnen Soja über Auktionen unter anderem in Rio Grande do Sul und Santa Catarina. Weitere 200.000 Tonnen sollen direkt in Rio Grande do Sul zu Festpreisen verkauft werden.
 
Vor diesem Hintergrund gehen die USDA-Experten von einem deutlichen Abbau der brasilianischen Bestände von mehr als drei auf 0,5 Millionen Tonnen aus. Das Exportpotential betrachten die US-Fachleute trotz der kleineren Produktion als unverändert bei 33 Millionen Tonnen und damit in etwa auf dem Rekordniveau des Vorjahres.
 

 
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