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Marktanalyse

EU: Kleinste Rapsernte seit 2012

Dr. Olaf Zinke/agrarmanager/Hermann Krauß/agrarheute
am
02.09.2016

Ende August hat die EU-Kommission die Prognose zur europäischen Rapsernte 2016 deutlich nach unten korrigiert.

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Auf der Grundlage der vorliegenden Anbaudaten sowie aktualisierter Ertragsschätzungen, rechnet die Kommission jetzt nur noch mit einer Rapsernte von 19,4 Mio. t. Im Vergleich zur vorigen Prognose der Kommission (20,5 Mio. t) wurde die erwartete Erntemenge damit um 1,1 Mio. t bzw. 5,4 Prozent (%) nach unten gesetzt.

Wie Dr. Olaf Zinke, Marktexperte beim agrarmanager, schreibt, liegen der nach unten korrigierten Ernteerwartung vor allem die niedrigeren Rapsernten in Frankreich und Deutschland zu Grunde. Auch für das Vereinigte Königreich setzte die Kommission die Prognose leicht nach unten. Für Polen und Tschechien blieben die Ernteerwartungen hingegen unverändert.

Im Vergleich zur Rapsernte aus dem vorigen Jahr (2015) von 21,60 Mio. t wäre die neue, weiter nach unten korrigierte Ernte 2,2 Mio. t bzw. 10,1 % kleiner. Gleichzeitig wäre die neue Ernte die kleinste europäische Rapsernte seit dem Jahr 2012 (19,2 Mio. t).

Erträge deutlich niedriger

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Die durchschnittlichen europäischen Raps-Erträge erwartete die Kommission zuletzt nur noch bei 3,0 t/ha. Das sind deutlich niedrigere Erträge als bei der vorigen Prognose mit 3,29 t/ha und auch ein niedrigeres Niveau als im vorigen Jahr (2015) mit Erträgen von 3,37 t/ha im Schnitt. Das langjährige Mittel von 3,21 t/ha wird ebenfalls verfehlt.

Die Anbaufläche meldete die Kommission in ihrer aktuellen Schätzung mit 6,40 Mio. ha und damit etwa so groß wie bei der vorigen Prognose (6,4 Mio. ha). Gleichzeitig wäre die europäische Rapsfläche 70.000 ha bzw. 1,0 % kleiner als im Jahr 2015 (6,47 Mio. ha). Der langjährige Mittelwert bei der europäischen Rapsfläche von 6,6 Mio. ha wird um etwa 3,0 % verfehlt.

Schwache Ernten in Deutschland und Frankreich

Grafik zur Rapsproduktion in Deutschland in den letzten Jahren

Für Deutschland erwarten die Kommissionsexperten Ende August eine Rapsernte von 4,67 Mio. t. Das wäre eine 0,73 Mio. t kleinere Produktion als noch im Juli mit 5,4 Mio. t erwartet wurde. Im Vergleich zur Ernte aus dem Vorjahr (2015) von 5,02 Mio. t wäre die neue Ernte etwa 0,35 Mio. t oder 7,0 % kleiner.

Das BMEL hatte die deutsche Rapsernte Ende August ebenfalls auf 4,66 Mio. t geschätzt und damit ähnlich große wie die Kommission.

Für Frankreich erwartete die Kommission Ende August eine Rapsernte von 4,5 Mio. t. Das wäre etwas 0,4 Mio. t weniger als noch im Juli mit 4,9 Mio. t erwartet wurden. Im Vergleich zur Ernte aus dem Vorjahr (2015) von 5,29 Mio. t wäre die neue Ernte 0,79 Mio. t kleiner und zudem die kleinste Ernte seit 2011.

Die gesamte Meldung mit ausführlichen Informationen zu der Rapsernte 2016 und dem Verbrauch und Import von Ölsaaten finden Sie beim agrarmanager.

Rapsernte 2016: Live vom Feld

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