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Ölsaaten

Frühsaaten in Raps – Chance oder Risiko?

von , am
08.08.2011

Ludwigshafen - Unberechenbarkeit der Witterung im Verlauf des Herbstes ist einer der Hauptgründe für die schwierige Bestimmung des ortsüblich optimalen Aussaattermins.

In Schleswig-Holstein ist das Saatgut von Sommerraps nicht mit GVO verunreinigt. © Mühlhausen/landpixel
Die Erfahrungen aus dem Herbst 2010 lassen für die anstehende Aussaatsaison einen früheren Beginn der Rapsaussaat erwarten. Dieser Meinung sind auch führende Raps-Züchterhäuser wie Rapool, Dekalb und Pioneer. So empfiehlt Dr. Achim Röver von Dekalb beispielsweise die Staffelung der Aussaattermine ab Anfang August, um das Anbaurisiko zu minimieren.
 
Die Qualität der Saat ist wichtiger als der Aussaattermin. So sollte der Raps nicht um jeden Preis in ein nasses, nicht optimal bereitetes Saattbett gedrillt werden, damit er zügig auflaufen und sich störungsfrei entwickeln kann.

Gute Winterfestigkeit sichern

Die Rapspflanze sollte bis zur Vegetationsruhe mindestens acht bis zehn Blätter je Pflanze ausbilden, einen kräftigen Wurzelhals von mindestens acht bis zehn Millimetern haben. Ein stark entwickeltes, tiefreichendes Wurzelsystem mit einer kräftig ausgebildeten Speicherwurzel und vielen Feinwurzeln sichert eine gute Standfestigkeit und die Erreichbarkeit von Wasser und Nährstoffen von Anfang an. Für eine gute Winterfestigkeit muss ein vorzeitiges Aufstängeln verhindert werden. Gegebenenfalls ist zur erfolgreichen Bestandesetablierung eine zuverlässige Krankheitsbekämpfung z.B. gegen Phoma durchzuführen.

Krankheitsbekämpfung mit Carax®

Mit Carax® bietet BASF SE der Landwirtschaft das optimale Produkt zur sicheren Bestandesführung und zuverlässigen Krankheitsbekämpfung für alle Aussaatzeiten und Sortentypen an. Carax® zeichnet sich besonders durch seine Wirkstoffkombination und die speziell auf die Bedürfnisse des Rapses abgestimmte Formulierung aus: Die Synergie der beiden Wirkstoffe Metconazol und Mepiquatchlorid ermöglicht es, Krankheiten zuverlässig zu bekämpfen und die Bestände gezielt – ohne das Risiko des Überwachsens – bis zur Winterruhe zu führen.

Gezielte Bestandesführung wichtig

Carax® regt in besonderem Maße das Wurzelwachstum an. In verschiedenen BASF-Versuchen konnte eine Zunahme von 29 Prozent an Wurzelfrischmasse und 13 Prozent des Wurzelhalsdurchmessers nachgewiesen werden. Auch die Aufnahme von Stickstoff und die Bildung wertiger Wurzelinhaltsstoffen werden positiv beeinflusst. So wurde bei den internen Versuchen nachgewiesen, dass mit Carax® behandelter Raps bis zum Vegetationsbeginn im Frühjahr des Folgejahres 108 kg/ha Stickstoff aus dem Boden aufnehmen konnten – rund 50 Prozent mehr als die unbehandelte Variante. Damit verbleibt weniger Stickstoff im Boden, der über den Winter nicht ausgewaschen wird.

Frühe Aussaat oder ortsüblicher Termin?

Der in den Wurzeln gespeicherte Stickstoff muss zudem zu Vegetationsbeginn nicht erneut aufgenommen werden. Dadurch starten die Bestände deutlich früher in die Vegetation und können die Wachstumsphase zur Ertragsbildung maximal ausnutzen. Der Rapool-Ring erklärt, dass "ein erheblicher Anteil des Stickstoffes, der für die Kornfüllungsphase benötigt wird, aus den vegetativen Teilen der Pflanzen, u.a. auch der Wurzel bezogen wird". Die Voraussetzung für eine störungsfreie Nachlieferung von Stickstoff wird daher bereits mit der Wurzelentwicklung im Herbst gelegt. Ein starkes Wurzelwachstum ist essentiell und garantiert ein hohes Stickstoffaneingnungsvermögen.

Die Rapswurzel macht den Ertrag

Gerade im Jahr 2011 sind erhöhte Stickstoffrestmengen im Boden zu erwarten, da die Vorfrucht den angebotenen Stickstoff witterungsbedingt nicht immer vollständig aufnehmen konnte. Auch um diesen Stickstoff witterungsbedingt zu nutzen, kann eine frühe Saat sinnvoll sein. Niederschlagsarme Perioden nach der Aussaat, wie z.B. im Jahr 2009, können zu verzögertem und verzetteltem Auflaufen des Rapses führen. Die daraus resultierenden ungleichmäßigen Bestände sind oft bis zur Ernte erkennbar. Bestände, die spät beziehungsweise unter schlechten Bodenbedingungen bestellt werden, können sich hingegen witterungsbedingt oftmals nur sehr verhalten entwickeln.

Frühe Saat kann für 2011 sinnvoll sein

Die im Herbst 2010 oftmals nicht durchgeführten Maßnahmen zur Steigerung der Winterfestigkeit und Krankheitsbekämpfung führten in der Folge zu hohen Auswinterungsverlusten. Rund 7 Prozent der Aussaatfläche mussten bundesweit umgebrochen werden. Lediglich Bestände, die im Herbst 2010 Anfang bis Mitte August bestellt wurden, konnten bis zur Vegetationsruhe den gewünscht gleichmäßigen und vitalen Bestand erreichen. Dr. Jürgen Koch von Pioneer unterstreicht, dass auch Hybriden von einer verlängerten Vegetationszeit im Herbst profitieren und dadurch ihr hohes genetisches Potential besser ausschöpfen können.
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