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Ratgeber

Das gilt es bei der Rapsaussaat zu beachten

© agrarfoto.com
von , am
30.08.2017

Die neue Rapsaussaat kommt in den Boden. Ernterückstände, Unkräuter, Saatbeet - für einen optimalen Feldaufgang ist einiges zu beachten.

Der Raps kommt Mitte bis Ende August in den Boden. Die Ölpflanze fordert frühräumende Vorfüchte, wegen der Vielzahl an pilzlichen Fruchtfolgekrankheiten sollte zudem eine mindestens dreijährige Anbaupause eingehalten werden.

Für einen optimalen Aufgang der Rapsaussaat sind einige Punkte zu beachten:

Ernte der Vorfrucht: Verbleibt das Stroh auf dem Feld, sollte das Getreidestroh zur Rapsbestellung kurz gehäckselt werden (ideal sind laut LfULG Sachsen zwischen zwei und fünf Zentimeter). Auch sollten Spreu und Stroh gleichmäßig verteilt sein (Leitbleche). Ein Hochschnitt bei Getreidevorfrucht mit anschließendem Mulchereinsatz sorgt für

  • eine gleichmäßige Strohverteilung und
  • kurze Häcksellängen

als Voraussetzung für eine störungsfreie Rapsaussaat mit und ohne vorhergehende Pflugfurche.

Kurz gehäckseltes Stroh ermöglicht zur Rapsmulchsaat eine flache Grundbodenbearbeitung, schreibt die LfULG Sachsen. So lassen sich Wasser, Arbeitszeit, Energie und damit Kosten einsparen. Gleichzeitig wird ein Erd-Strohgemisch hergestellt, welches die Rapskeimung nicht hemmt. Auf derart vorbereiteten Mulchsaatflächen ist meist keine zusätzliche Saatbettbereitung erforderlich, da Mulchsägeräte auch bei gröberer Bodenstruktur störungsfrei arbeiten.

Rapsaussaat: Unkräuter, Ausfallsamen und Schädlinge beachten

In der Zeit zwischen der Getreideernte und der Rapsbestellung sollten Ausfallsamen, Unkräuter und Ungräser wirksam bekämpft werden. Durch eine solide Rückverfestigung der Bodenoberfläche wird die Keimung von Ausfallsamen gefördert und gleichzeitig Hohlräume, die als Unterschlupf für Schnecken dienen, beseitigt.

Aufgelaufenes Ausfallgetreide kann mechanisch durch einen flachen Grubberstrich oder chemisch vor der Rapsaussaat beseitigt werden. Ansonsten ist die Bekämpfung von Ausfallgetreide auch im aufwachsenden Raps möglich.

Die Mäusebaue können zudem durch einen tieferen Grubberarbeitsgang zerstört werden. Bei tieferer Lockerung ist auf eine entsprechende Rückverfestigung der Krume zu achten.

Bodenbearbeitung vor Raps

Wird zu Raps gepflügt, sollte die Pflugfurche rechtzeitig vor der Rapsaussaaterfolgen, da die Ölpflanze ein gut abgesetztes Saatbett verlangt. Gewissenhafte Stoppelbearbeitung vermeidet Strohmatten in der Pflugfurche. Ein zu feines Saatbett ist aufgrund der erhöhten Verschlämmungs- und Erosionsgefahr zu vermeiden.

Unter trockenen Saatbettbedingungen verbessert ein Walzengang den Bodenschluss und damit den Feldaufgang. Auf erosionsgefährdeten Ackerflächen muss der Raps zur Vorsorge gegen Wassererosion in Mulchsaat bestellt werden.

Durch den Einsatz von Streifenbearbeitungstechnik könne die Bodenlockerung zu Raps auf den Ackerbereich beschränkt werden, in den nachfolgend die Rapsmulchsaat mit Hilfe von RTK-Steuerung erfolgt. Die mit Streifenbearbeitung verbundene höhere Bedeckung der Ackeroberfläche mit Pflanzenresten bei einem gleichzeitig geringeren mechanischen Eingriff in den Boden vermindert zusätzlich sehr wirksam die Wassererosion auf Rapsflächen.

 

Richtige Aussaattiefe wählen

Häufige Ursache für ungleich auflaufende Rapsbestände ist eine falsche Aussaattiefe. Entweder fehlt bei zu flacher Ablagetiefe oder bei Aussaat in einen zu lockeren Saathorizont der Wasseranschluss oder der Raps wird zu tief gesät. Abhängig von den vorherrschenden Umwelt- und Standortbedingungen rät die LfULG Sachsen zu einer Saatgutablagetiefe von ein bis drei Zentimetern.

Auf erosionsgefährdeten Ackerflächen müsse der Raps zudem zur Vorsorge gegen Wassererosion in Mulchsaat bestellt werden.

Mit Material von Dr. W. Schmidt/Ellen Müller/LfULG Sachsen
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