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Ölsaaten

Herbstbehandlung bei Raps: Ja oder Nein?

von , am
12.09.2013

Die Rapsaussaat ist beendet und der Raps größtenteils aufgelaufen. Nun wird es Zeit, sich um eine Herbstbehandlung mit Fungizid/Wachstumsregler Gedanken zu machen.

Ob eine Herbstbehandlung bei Raps wirtschaftlich sinnvoll ist, bleibt umstritten. © agrar-press
Die Wurzelhals- und Stängelfäule (Phoma lingam) zählt nach wie vor zu den bedeutendsten Rapskrankheiten. Laut Informationen der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft sind Rapsstoppeln die wichtigste Infektionsquelle. Denn von dort gelangen die Sporen in den neuen Rapsbestand. Aber auch eine sehr üppige Stickstoffversorgung kann zu einem frühen und starken Befall mit Phoma lingam führen. Begünstigt wird die Infektionslage durch eine feuchtwarme Witterung nach dem Rapsaufgang. Eine Infektion mit Phoma lingam kann jedoch, bei anhaltend feuchtem Wetter, den ganzen Herbst hinweg stattfinden.

Herbstinfektion: Ein ernst zu nehmendes Thema

Da Herbstinfektionen schnell von den Blättern zum Stängelhals wandern können und dort Vermorschungen verursachen, sollten sich Rapsanbauer jetzt mit dem Thema auseinandersetzen. Als erfolgversprechendste Bekämpfungsmethode gilt nach Angaben der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft der Anbau wiederstandsfähiger Sorten. Neben der Sortenwahl spielt der Pflanzenschutz eine wichtige Rolle. Allerdings berichtet die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft weiter, dass chemische Maßnahmen wegen der langen Infektionszeit des Erregers häufig nicht den gewünschten Erfolg bringen.

Auswinterungsrisiko senken

Ein weiterer wichtiger Grund für eine Herbstbehandlung im Raps ist die Wachstumsregulation der Bestände. Erlauben die Witterungsbedingungen eine rasche Rapsentwicklung besteht unter Umständen bereits Ende September die Gefahr dass sich die Bestände überwachsen. Da solche Bestände eine erhöhte Auswinterungsgefahr haben, besteht die Möglichkeit, das Längenwachstum durch den Einsatz von Wachstumsreglern gezielt zu reduzieren.Nach Angaben der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft ist der beste Zeitpunkt hierfür das vier bis sechs Blattstadium, was in der Regel zwischen der letzten September- und der ersten Oktoberwoche erreicht wird.

Wirtschaftlichkeit beachten

Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschat hat einen Versuch zur Wirtschaftlichkeit von Herbstbehandlungen im Raps durchgeführt. © LfL
Im Idealfall kann durch die Anwendung von azolhaltigen Fungiziden die Auswinterungsgefahr reduziert und eine Herbstinfektion durch den Pilz Phoma lingam erfasst und vermindert werden. 
Dennoch bleibt eine Herbstbehandlung im Raps umstritten. Versuchsergebnissen der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft geben Anlass die Wirtschaftlichkeit einer Herbstanwendung anzuzweifeln. So waren im Durchschnitt in 42 Versuchen in den Jahren 2001 bis 2012 lediglich 38 Prozent wirtschaftlich sinnvoll. Der Mehrerlös pro Hektar variierte im Versuch von +103 Euro bis –70 Euro.
 
 
 
 
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