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Ölsaaten

Hybridraps: Die Top-Sorten für den Süden

© landpixel
von , am
26.08.2015

Wer Raps anbauen will, setzt heute fast ausschließlich auf Hybridsorten. Welche Sorten sich am besten für Süddeutschland eignen, zeigt das dlz agrarmagazin.

Der Raps legte am Freitag ganze 5,50 Euro je Tonne an der Matif zu und schloss knapp unter 370 Euro. © Mühlhausen/landpixel
Hybridsorten haben die Liniensorten fast vollständig abgelöst, wie es im dlz agrarmagazin heißt. Mit der Sorte Sherlock wurde die letzte Liniensorte aus der Empfehlung und den Sortenprüfungen genommen. Die geringeren Saatgutkosten können in der Marktleistung meist nicht mehr aufholen.
 
Die wichtigsten Hybridsorten für den Süden im Überblick: 

1. Avatar

  • stabile Erträge
  • hoher Ölgehalts von 44,4 Prozent (relativ 102 bis 104 Prozent)
  • im Herbst überdurchschnittlich wüchsig (bei früher Saat und auf besseren Standorten kann der Vegetationskegel hochgehen)
  • um Auswinterungsschäden vorzubeugen, entweder gezielter Wachstumsreglereinsatz im Herbst oder ein paar Tage später säen
  • Die schwächere Phomatoleranz lässt sich durch eine Herbstbehandlung mit einem wachstumsregulierenden Fungizid etwas unterstützen.

2. Genie

  • mit relativ 99 Prozent hält die Sorte das Spitzenniveau des Jahres 2014
  • sehr hohen Ölgehalt von 44,8 Prozent
  • guten Phomatoleranz
  • etwas verhaltene Jugendentwicklungim Herbst reduziert die Gefahr des Überwachsens

3. PR46W26 und PR46W20

  • knapp mittlere Erträge von 99 Prozent.Damit können sie die bisher erzieltenüberdurchschnittlichen Marktleistungen mit relativ 98 bis 102 Prozent in allen Anbaugebieten nicht mehr ganz bestätigen. Eine neue Sortengeneration rückt nach. Es empfiehlt sich daher, das Ernteergebnis 2015 für einen weiteren Anbau der Sorten abzuwarten.
  • Der seit Jahren geringe Krankheitsdruck mit der WurzelhalskrankheitPhoma lingamund Rapskrebsist den beiden Sorten entgegengekommen. Bei stärkerem Krankheitsdruck zeigen sie Schwächen gegen diese gefährlichen Pilzkrankheiten.
  • Diezügige Abreifebeider Sorten hat bisher einen frühzeitigen Drusch ermöglicht.
Die Rapssorten im Überblick

 

Die geprüften Neuen

Als neue Sorten stehen nach fünfjähriger Prüfzeit erstmals die drei Sorten Comfort, Mercedes und Marathon zur Wahl:
  • Comfort bietet deutlichüberdurchschnittliche Erträge und einen Spitzenölgehalt. Die Sorte kann ihre Führungsposition in der Marktleistung ausbauen.
  • Marathon büßt bei ähnlichem Ertrag durch einen unterdurchschnittlichen Ölgehaltvon 42,9 Prozent Marktleistung an Vorzüglichkeit ein. Auch in der Phomatoleranz kommt Marathon nicht an das Niveau von Comfort heran.
  • Mercedes wurde als "heißer Kandidat" aus der Wertprüfung direkt in die Landessortenversuche (LSV) übernommen. Im ersten LSV-Jahr konnte die Sorte aber im Kornertrag die hohen Erwartungen nicht bestätigen. Ihre Anbauwürdigkeit muss sie in einem weiteren Prüfjahr beweisen.

Kohlhernie tolerante Sorten

Die beiden neuen Kohlhernie toleranten Sorten Andromeda und SY Alister wurden 2014 erstmals an allen Versuchsstellen geprüft.
  • Mit relativ 100 und 99 Prozent im Kornertragkönnen beide mit den derzeitigen Hybriden ertraglich mithalten.
  • Im Ölgehalt bleiben sie rund zwei Prozentpunkte hinter den derzeitigen Tophybriden zurück.
  • Wo ein begründeter Verdacht aufKohlherniebefall besteht und weiterhin Raps in der Fruchtfolge stehen soll, bieten diese Sorten die einzige Möglichkeit für wirtschaftlichen Anbau. Beide sind nicht gegen alle im Boden vorkommenden Rassen resistent. Daher sollen diese wertvollen Hybriden nicht rein vorsorglich angebaut werden. Ein vorzeitiger Resistenzdurchbruch lässt sich so bremsen.

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