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Ölsaaten

IGC: Globales Sojaangebot größer, Preise schwächer

von , am
29.10.2012

Der Internationale Getreiderat korrigierte die Prognose für die Sojaernte in den USA um sieben Millionen Tonnen nach oben. In Teilen Südamerikas wird sogar mit Rekordernten gerechnet.

© Mühlhausen/landpixel
Eine Verbesserung der Angebotssituation verzeichnet der Internationale Getreiderat am Sojamarkt. Im Vergleich zur letzte Prognose von September haben die IGC-Analysten im Oktober sowohl die Produktion als auch die Exportmenge und die Lagerbestände nach oben korrigiert. Grund ist die über den vorigen Erwartungen liegende US-Ernte.
 
 
 
 
 
Für die nächste Saison wird zudem ein sehr deutlicher Produktions- und Angebotszuwachs aus Südamerika erwartet. Die Weltmarktpreise für Soja und anderen Ölsaaten haben wegen des größeren US-Angebots im Oktober um rund zwölf Prozent nachgegeben.

US-Ernte nach oben gesetzt

Die Mitte Oktober zu rund 80 % abgeschlossene US-Ernte hat der IGC um sieben Millionen Tonnen (Mio.t.) auf knapp 78 Mio. t nach oben gesetzt. Grund sind die Regenfälle in einigen Hauptanbaugebieten während der letzten Wachstumsphase, die den Sojapflanzen durchaus noch geholfen haben. Damit wächst das US-Exportpotential um rund fünf Millionen Tonnen auf 34 Mio. t. Die US-Bestände bleiben mit 3,5 Mio. t allerdings unverändert niedrig. Im Vergleich zum letzten Jahr ist die US-Ernte allerdings noch immer sechs Millionen Tonnen kleiner und gegenüber der Ernte 2010 fehlen sogar zwölf Millionen Tonnen.

Riesenernte in Südamerika?

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Deutliche Entlastung am Soja-Markt erwartet der IGC mit der neuen Ernte in Südamerika. Im Vergleich zur diesjährigen Produktion soll die argentinische Ernte um 14 Mio. t auf 54 Mio. t wachsen und in Brasilien rechnet der IGC mit einer Produktionsexpansion um 14 Mio. t auf knapp 81 Mio. t.
 
In beiden Ländern wären dies neue Rekordwerte und sind vor allem auf eine sehr strake Ausweitung der Anbauflächen von 1,5 Millionen Hektar (Mio. ha) in Argentinien und zwei Millionen Tonnen in Brasilen zurückzuführen. Auch die Exporte könnten dann in beiden Ländern neue Rekordwerte erreichen. So liegt die derzeitige Schätzung für die Ausfuhr Brasiliens bei 36 Mio. und für Argentinien bei 13,5 Mio. t. Brasilien würde damit die USA als größten Exporteur ablösen.

Chinas Importe steigen weiter

Die chinesische Ernte ist mit 12,8 Mio. t fast eine Million Tonnen kleiner als im letzten Jahr. Grund ist der anhaltende Anbaurückgang zugunsten anderer Kulturen wie zum Beispiel Mais. Vor zwei Jahren lag die Produktion noch bei 15 Mio. t. Damit wächst auch der chinesische Importbedarf weiter sehr kräftig. Nach 81 Mio. t im Jahr 2010 und knapp 86 Mio. t im letzten Jahr, dürften die Chinesen im laufenden Jahr gut 88 Mio. t Soja importieren um ihre Tierbestände zu versorgen. Die Einfuhr der EU geht hingegen weiter auf 11,8 Mio. t zurück. Gleichzeitig ist die europäische Union mit etwa 22 Mio. t der mit Abstand größte Importeur von Sojaschrot.
 

Sojapreise gefallen

Globaler Sojapreisindex (Exportpreise)
Die Preise von Soja sind im Oktober im Vergleich zum Vormonat um rund zwölf Prozent zurückgegangen. In Rotterdam kosten Sojabohnen aus den USA am 26. Oktober zur Lieferung im November 622 US-Dollar und für den Dezember 627 US-Dollar. Brasilianische Herkünfte wurden für den März mit 617 US-Dollar gehandelt und der Aprilkontrakt kostet 594 US-Dollar.
 
Gleichzweit wurde Sojaschrot aus Brasilien (November) für 605 US-Dollar angeboten und für den Zeitraum Januar bis März für 574 US-Dollar pro Tonne. In Hamburg lagen die Preisangebote (frei LKW) für Sojaschrot bei 453 Euro pro Tonne und für Rapsschrot bei 278 Euro pro Tonne.
 
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