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Ölsaaten

Kanada: Weniger Raps für den Weltmarkt

von , am
07.12.2012

Aktuelle Daten des kanadischen Statistikamtes bestätigen die Annahmen vom September. Trotz einer Ausdehnung der Fläche wird die Rapsernte in Kanada um neun Prozent kleiner ausfallen als im Vorjahr.

Für Raps ging es an der Matif um 1,25 Euro aufwärts auf 368,75 Euro je Tonne. © Mühlhausen/landpixel
Die Rapsernte (Canola) beim weltweit größten Produzenten und Exporteur Kanada bricht trotz einer starken Anbauausweitung drastisch ein. Damit bestätigen die aktuellen Daten des kanadischen Statistikamtes die letzte Prognose vom September. Eine Folge der kleineren Ernte dürfte ein Rückgang der diesjährigen Exporte sein.
 
 
 
 
Am kanadischen Terminmarkt in Winnipeg lösten die neuen Daten gestern einen kräftigen Anstieg der Kontraktpreise für Canola bis knapp unter die Marke von 600 Kanadische Dollar (umgerechnet 468 Euro) aus.

Flächenausweitung und Ertragseinbruch

Das kanadische Statistikamtes veranschlagt die diesjährige Canola-Ernte auf 13,3 Millionen Tonnen (Mio. t) und damit etwa auf dem Niveau der Septemberprognose. Im Vergleich zum letzten Jahr ist die Canola-Produktion damit neun Prozent (%) oder 1,3 Mio. t kleiner, obwohl die Anbaufläche um fast eine Million Hektar (Mio. ha ) auf jetzt 8,4 Mio. ha ausgedehnt wurde.
 
Verantwortlich für den Produktionsrückgang sind die witterungsbedingt (Trockenheit) deutlich niedrigeren Erträge in den wichtigsten Anbauprovinzen Saskatchewan (-25 %) und Alberta (-15 %). Im Landesmittel hatten die Farmer mit 16 dt/ ha etwa 20 % schlechtere Durchschnittserträge als 2011. Dennoch ist dies immer noch die zweitgrößte kanadische Rapsernte überhaupt.

Kanada dominiert die Exportmärkte

Seit einigen Jahren dehnen die kanadischen Farmer Anbau und Produktion von Canola kräftig aus. Ursache sind die hohen Weltmarktpreise und die bislang stetig wachsende Nachfrage. Im vorigen Jahr erreichten die Exportmengen mit 8,7 Mio. t Rapssaat, 3,3 Mio. t Rapsschrot sowie 2,5 Mio. t Rapsöl jeweils neue Rekordwerte. Damit waren die Kanadier für fast 70 % der gesamten globalen Rapsexporte und für 60 % der Rapsschrotexporte verantwortlich. Diese Rekordergebnisse wird man in diesem Jahr wegen der der deutlich kleineren Produktion wohl nicht wiederholen können.

China, Japan und die EU importieren

Wegen der kleineren Exporte ging das USDA zuletzt von einer rund eine Millionen Tonnen kleineren Exportmenge bei Rapssaat von 7,3 Mio. t und relativ stabilen Ausfuhren bei Rapsschrot (3,3 Mio. t) aus. Dabei hatte die US-Experten zuletzt eine kanadische Ernte von 13,4 Mio. t unterstellt und waren der Wahrheit damit schon ziemlich nahe gekommen. Die wichtigsten Abnehmer von Rapssaat und Rapsschrot am Weltmarkt waren zuletzt die Länder der Europäischen Union sowie Japan und China. In diese drei Länder/Regionen gehen zusammen etwa zwei Drittel der gesamten globalen Handelsmenge. Auch in diesem Jahr schätzt das USDA die Importmengen dieser drei auf jeweils zwei bis drei Millionen Tonnen.

Kanadischer Raps geht kaum in die EU

Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass © dlv
Die laufende Exportstatistik der Kanadier zeigt allerdings, das die EU-Länder in den letzten beiden Jahren kaum Rapssaat in Kanada gekauft haben. Die größten Abnehmer von kanadischem Canola waren in den letzen beiden Jahren China, Japan die USA und Mexiko. Von Beginn des Wirtschaftsjahres bis Oktober gingen 35 % aller Ausfuhren nach China, rund 30 % nach Japan, etwa 25 % in die USA und gut 20 % nach Mexiko. Trotzdem ist die EU indirekt von einer Verknappung des globalen Rapsangebotes betroffen. Zudem hat auch Australien - als weiterer wichtiger Exporteur - in diesem Jahr deutlich weniger Raps geerntet.
 
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