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Ratgeber

Das können Sie gegen Ackerschnecken tun

Ackerschnecke auf Boden
© agrarfoto.com
von , am
06.09.2017

Bei starkem Besatz können Ackerschnecken in auflaufenden Bestände gehörigen Schaden anrichten. Was kann man gegen die Schnecke tun?

Das Wetter der vergangenen Wochen begünstigt die Vermehrung von Ackerschnecken. In auflaufenden Bestäden kann eine hohe Schneckenpopulation gehörigen Schaden anrichten.

Schnecken können schon den Keimling im Boden schädigen und bei einem frühen Befall oft Totalschäden auslösen. Die Tiere können besonders auf Mulchsaatflächen vermehrt auftreten, da sie hier eine gute Nahrungsgrundlage finden.

Befallene Flächen: Zeit nach der Ernte nutzen

Um den Schneckenbesatz auf einer Fläche generell zu reduzieren, sollte die Stoppelbearbeitung nach der Ernte genutzt werden, empfiehlt die LfULG Sachsen.

Untersuchungen zufolge finden sich die meisten abgelegten Eier der Schnecken in der oberen fünf bis zehn Zentimeter tiefen Bodenschicht. Bei ausreichender Bodenfeuchte halten sich hier auch die adulten Tiere auf. Bei Trockenheit und Hitze ziehen sich die adulten Schnecken dagegen in tiefere Bodenschichten zum Überleben zurück.

Will man mit der Bodenbearbeitung die Schnecken reduzieren, müssen jene Bedingungen ausgewählt werden, bei denen sich die Schnecken in der oberen Bodenschicht aufhalten. Optimal ist der Zeitpunkt, wo die Krume noch befahrbar ist und auch eine hohe Schneckenaktivität zu verzeichnen ist.

Ackerschnecken: So kontrollieren Sie den Befall

Nach Angaben des Rapool-Anbauberaters Rainer Kahl dezimiert jede Bodenbearbeitung die Schnecken. Auch bei der Aussaat kann durch intensive Bearbeitung und gute Rückverfestigung zumindest eine Teilwirkung erreicht werden.

Um den Befall mit Schnecken festzustellen, kann gleich nach der Aussaat beispielsweise ein nasser Jutesack (Stück Silofolie geht auch) in die Parzelle gelegt werden. Darunter ein paar Schneckenkörner platzieren und am nächsten Morgen auf hinterlassene Schleimspuren oder tote Tieren kontrollieren.

Als kritisch gilt bereits eine Schnecke je Köderstelle (zirka 0,5 m²). Für die Kontrolle sollte nicht zu lange gewartet werden, da bei sehr hohem Druck das Abwarten des Auflaufens schon zu spät sein kann.

Diese Mittel sind gegen Ackerschnecken zugelassen

Zur Bekämpfung der Ackerschnecken stehen laut Kahl Produkte aus zwei verschiedenen Wirkstoffgruppen zur Verfügung:

  • Metaldehyd-Schneckenkorn: Produkte auf Metaldehydbasis (z. B. nassgepresste Produkte wie Metarex TDS oder Mollustop) führen bei der Schnecke zu irreparablen Schädigungen der Schleimzellen, die Schnecke trocknet aus. Bei hoher Feuchte und geringer Köderdichte (= geringe Aufnahme) können sich große Schnecken aber manchmal überleben. Anzustreben sind ausreichend hohe Köderdichten von min. 35-40 Körner/m². Bei starkem Befall können weitere Behandlungen erforderlich sein. Es sind je Produkt maximal 2 Anwendungen zulässig, ggf. muss daher das Produkt gewechselt werden.
  • Fe-III-Phosphat (Sluxx): Das nassgepresste Schneckenkorn Sluxx basiert auf dem Wirkstoff Eisen-III-Phosphat und  sorgt bei den Schnecken nach der Aufnahme für einen sofortigen Fraßstopp, der letztlich zum Absterben führt. Sluxx ist besonders nützlingsschonend und darf max. 4 mal angewendet werden.
Mit Material von Kahl, Rapool Ring

Frontpflug vs. Aufsattelpflug

Ob die aufgelöste Kombination oder der Aufsatteldrehpflug besser passen, hängt auch von den Flächenstrukturen und vom Relief ab. © Mumme / traction
Für die Messungen stellte Deutz-Fahr einen Agrotron 6160P zur Verfügung. © Mumme / traction
Der Mittelklassetraktor war mit Dieselsäulen ausgerüstet, die eine direkte Messung in jeder Parzelle ermöglichten. Der Radschlupf wurde durch Zählung der Radumdrehungen ermittelt. © Mumme / traction
Die Arbeitstiefe stellten die traction-Readakteure auf 25 cm ein und die Schnittbreite betrug 40 cm. Der Boden auf den Testflächen war am Versuchstag sehr leichtzügig und trocken. © Mumme / traction
Beim Frontpflug ist auf die korrekte Einstellung des Oberlenkers und des Zugpunkts zu achten. © Mumme / traction
Der Aufsatteldrehpflug benötigt am Vorgewende mehr Platz. © Mumme / traction
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