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Fußkrankheit

Kohlhernie: Neue Rapssorte mit erweiterter Resistenz

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am Montag, 27.06.2022 - 10:30 (Jetzt kommentieren)

Neue Kohlhernierassen haben die bisherige Resistenz überwunden. Neue Züchtungen können Rapsanbauern mehr Anbausicherheit verschaffen.

Acht Prozent der deutschen Rapsanbauflächen sind von der bodenbürtigen Krankheit Kohlhernie betroffen. Besonders in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern ist sie ein großes Problem für die Rapsanbauer.

Die Entdeckung der Mendelresistenz vor etwa zehn Jahren schien eine Lösung für die Krankheit zu bieten. Doch nun haben sich auf einigen der betroffenen Flächen neue Kohlhernie-Rassen etabliert, die die Mendel-Resistenz überwinden können. Schätzungen zufolge sind davon 20.000 ha in Deutschland betroffen.

Ob der eigene Schlag von Kohlhernie befallen ist, können Landwirte selbst testen, indem sie Chinakohlsamen in einen Topf mit Boden von der Fläche aussäen. Die Pflanze reagiert schon früh sehr empfindlich auf Kohlhernie.

Resistenz mit 20% mehr Sicherheit

Eine neue, erweiterte Resistenz (CRE 1) bringt nun zusätzliche Sicherheit gegenüber mehr Pathotypen der Krankheit. Neben den Pathotypen P1 und P3 wirkt sie auch gegen die Rasse P1+. Mit der in Dänemark zugelassenen Sorte Creed hat der Rapszüchter Rapool Ring GmbH nun eine Sorte mit CRE-1-Resistenz im Angebot, die zudem auch phoma-resistent ist.

Die Kohlhernie-Resistenzprüfung des Julius-Kühn-Institut hat die erweiterte Resistenz bestätigt. Während die bisherige, sogenannte Mendel-Resistenz gegen Kohlhernie immerhin 65 Prozent Anbausicherheit mit sich bringt, soll die erweiterte Resistenz die Sicherheit auf betroffenen Flächen noch einmal um 20 Prozent erhöhen.

Resistenz und gute Erträge

Eine Resistenz zu finden, die gegen alle Kohlhernie-Rassen wirkt, ist den Rapszüchtern bislang noch nicht gelungen. Nach Züchterangaben zeigt Creed neben den Resistenzeigenschaften auch gute Erträge.

Seit 2021 hat das Züchtungsunternehmen außerdem die stickstoffeffiziente Sorte Picard und die Sorte Scotch im Programm, die sich durch hohe Ölerträge auszeichnet. Die Sorte Daktari aus dem Jahr 2020 gilt als besonders umwelt- und ertragsstabil.

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