Login
Vermarktung

Landwirte verkaufen Raps nur zögerlich

Ernte von Raps mit Mähdrescher
© ah/agrarfoto.com
von am
26.07.2017

Die Witterung bremst aktuell die Landwirte bei der Rapsernte und auch die Rapsverkäufe kommen nicht richtig in Gang. Die Rapsbauern hoffen auf steigende Preise.

Mit laufender Rapsernte beleben sich die Rapsverkäufe nur geringfügig. Die zurückgenommenen Gebote entsprechen nicht den Vorstellungen der Erzeuger. Sie erhoffen sich vor dem Hintergrund einer erneut knappen Versorgungsbilanz für 2017 einen ähnlichen Preisverlauf wie im Wirtschaftsjahr 2016/17. Allerdings spiegelt sich die erneut knappe Versorgungslage bereits in den Erzeugerpreisen wider. So startet diese Saison mit Durchschnittspreisen knapp 20 EUR/t über der Vorjahreslinie.

Dennoch wird derzeit kein Raps mehr verkauft. Die rückläufigen Geboten und die laufende Getreideernte, die sich aufgrund der Regenfälle auf wenige Zeitfenster zuspitzt, hat die Vermarktung in den Hintergrund rücken lassen. Daher könnte die Lagerhaltung auch in dieser Saison wieder eine wichtige Rolle spielen. Zumal es wenig Ackerfrüchte gibt, für die sich die Lagerung derzeit schon absehbar mehr lohnen würde. Außerdem sind mit der eher durchschnittlichen Ernte ausreichend Kapazitäten vorhanden.

Ölmühlen zeigen wenig Kaufinteresse am Raps

So wenig verkaufsbereit sich die Erzeuger zeigen, so wenig kaufbereit sind die Verarbeiter. Sie beklagen unzureichende Margen aufgrund der sinkenden Nachproduktpreise. Sie nehmen vorerst das auf, was ihnen aus bestehenden Kontrakten angeliefert wird.

Bis zum 18. Juli 2017 war nach Angaben des Deutschen Bauernverbandes im Südwesten Deutschlands rund ein Drittel der Rapsflächen geräumt, in Bayern allerdings nicht einmal 5 %. Auch in Hessen hat die Ernte gerade erst angefangen, während im Rheinland bereits 20 % gedroschen waren.

Aus Ost- und Norddeutschland gab es noch keine Meldungen, hier dürften erste Flächen geräumt sein. Der frühe Stand der Ernte lässt noch keine repräsentativen Ergebnisse zu. Und da zumeist die trockenheitsbedingt frühreifen Bestände eingefahren wurden, sind die bislang eher enttäuschenden Ergebnisse nicht ungewöhnlich.

Mit Material von AMI

Rapsernte: So weit sind die agrarheute-Leser

Auch interessant