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Ölsaaten

Wer liefert mehr Stickstoff: Ackerbohne oder Raps?

von , am
04.08.2015

Ackerbohnen oder lieber Winterraps als Vorfrucht für Weizen? Die Ergebnisse einer zweijährigen Feldversuchs in Schleswig-Holstein zeigen bei welcher Vorfrucht der Weizenertrag höher ist.

Am Tagesende notierte der Weizen bei 172,75 Euro je Tonne. © Rainer Sturm
Die Universität Kiel und die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein haben in einem zweijährigen Feldversuch, die Vorfruchtwirkung von Ackerbohnen im Vergleich zu Winterraps untersucht. Geprüft werden sollte, ob eine veränderte Nachlieferung von Stickstoff in Abhängigkeit von den verschiedenen Blattvorfrüchten die Entwicklung und Ertragsleistung von Winterweizen beeinflusst.

Kaum Unterschiede

Entgegen der Erwartung zeigen die Ergebnisse des Feldversuchs eine ähnliche Vorfruchtwirkung von Ackerbohnen und Winterraps auf Winterweizen. Im Mittel beider Versuchsjahre (2012/13 und 2013/14) konnten keine signifikanten Unterschiede der Vorfrüchte beobachtet werden. Unter den Bedingungen des Versuchsstandortes in Schleswig-Holstein stellte die Vorfrucht Ackerbohnen vergleichbar hohe Stickstoff-Mengen für die Nachfrucht Winterweizen zur Verfügung wie die Vorfrucht Winterraps. Allerdings benötigte die Ackerbohne entgegen Winterraps im Anbau keine Stickstoffdüngung.

Dünge-Verordnung anpassen

Vor dem Hintergrund der vorliegenden Ergebnisse ist eine unterschiedliche Bewertung der N-Nachlieferung nach Winterraps und Ackerbohnen (nach Raps: 10 kg N/ha, nach Körnerleguminosen: 30 kg N/ha), wie in der aktuellen Dünge-VO vorgesehen, kritisch zu diskutieren.
 
Der vorliegende Entwurf zur Novellierung der Dünge-VO (Stand: Dezember 2014) setzt hier für beide Vorfrüchte einen gleichen Wert von 10 kg N/ha Nachlieferung an. Dieser würde den hier vorgestellten Ergebnissen gerechter werden.

N-Transfer verbessern

Unter anderen Standortbedingungen (z.B. bei geringerer Sickerwasserrate aufgrund geringerer Winterniederschläge oder höhere nutzbare Feldkapazität) könne, so die Annahme der Wissenschaftler, durchaus eine stärkere Differenzierung der Vorfruchtwirkung von Ackerbohnen und Winterraps erwartet werden. Um die Vorfruchtwirkung optimal ausnutzen zu können, müsse der N-Transfer in die nachfolgende Frucht verbessert werden. Dazu müsse auch eine veränderte Fruchtfolge unter Einbeziehung von Zwischenfrüchten als "Catch crops" und der nachfolgende Anbau von Sommerungen in Erwägung gezogen werden, was aber unter den gegebenen Rahmenbedingungen ökonomisch nur in Ausnahmesituationen darstellbar ist.
 
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