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Ölsaaten

Unter die Lupe genommen: Börsenanalyse Raps

von , am
09.09.2011

Mannheim - Der Rapskurs bewegt sich aktuell wieder auf seinem Höchststand. Knappheit und die enge Rohöl-Bindung rücken ihn derzeit in den Fokus.

Obwohl der Rapspreis stark gesunken ist, liegen die aktuellen Preise noch 33,25 Euro über dem Vorjahr. © hapo/landpixel
An der Matif in Paris steht der Raps zur Zeit im Fokus der Marktteilnehmer. Bei unbestreitbarer fundamentaler Knappheit und der engen Bindung an den Konjunktur-Indikator Rohöl konzentriert sich der Markt aktuell auf dieses Segment. Zudem liegen hier mittlerweile auch annähernd verlässliche Ernteergebnisse vor.
 
Börse: Kurse auf Höchststand
 
Der Rapskurs konnte in den letzten Tagen eine beeindruckende Performance ablegen. Der Kurs bewegt sich aktuell wieder auf seinen Höchststand von 449,50 Euro je Tonne (€/to) aus Mitte Juli 11 zu. Für einen weiteren Kursanstieg ist es wichtig, dass der Kurs seine alten Höchststände nachhaltig überwinden kann und darüber schließt. Nach Durchbrechen der Marke von 449,50 €/to könnte der Markt bis auf 462,25 €/to steigen und dann sein absolutes Hoch aus dem Mai 11 von 485,25 €/to in Angriff nehmen. Sollte der Markt die 449,50 €/to nicht überwinden, könnte der Markt wieder auf den Stand von 438 €/to zurückfallen. Sollte die 438 €/to als Unterstützung nicht halten, wäre ein weiterer Fall auf die Unterstützungslinie von 427,25 €/to möglich. Aus Sicht der Oszillatoren befindet sich der Markt besonders nach MACD und RSI in einem stark überkauften Momentum. Der RSI hat schon ein einfaches Verkaufssignal generiert, der MACD noch nicht.

Aktuelles aus dem Rapsmarkt der EU

Matif Rapeseed November 2011: Anhand der Fibonacci Linien ist zu erkennen, auf welchen Niveau sich die Widerstände und Unterstützungen befinden. © d:trader
Nun haben wir es schwarz auf weiß: Das Landwirtschaftsministerium hat die deutsche Rapsernte 2011 in seiner ersten Puplikation auf lediglich 3,9 Millionen Tonnen geschätzt; ein Minus von 31,3 Prozent im Vergleich zur Vorjahresernte. Das entstandene Loch in der Versorgungsbilanz wird auch durch größere Importe kaum zu stopfen sein. Heute schon über die Größe der Anbaufläche für die Ernte 2012 zu spekulieren, dazu ist es unserer Meinung nach noch zu früh. In Anbetracht der katastrophalen Witterungsbedingungen könnte es allerdings im Norden und Nordosten Deutschlands zu ganz erheblichen Einschränkungen kommen. Die französische Rapsernte wurde vom dortigen Landwirtschaftsministerium in seinem aktuellen Bericht um 0,25 Millionen Tonnen auf 5,25 Millionen Tonnen nach oben revidiert (Vorjahr: 4,8 Millionen Tonnen). 

Aktuelles vom Sojamarkt der USA

Die Sojaproduktion in den USA wurde vom USDA in seinem letzten Bericht auf 83,2 Millionen Tonnen veranschlagt und damit 4,6 Millionen Tonnen unter der letzten Schätzung vom Juli. Die weltweite Produktion wurde auf 257,5 Millionen Tonnen taxiert, knapp 4 Millionen Tonnen unter der Juli-Prognose. Damit fiel die Verringerung deutlich stärker aus, als im Vorfeld von Analysten erwartet worden war. Die Versorgungslage weltweit in diesem Segment ist unbestreitbar knapp, vor allem aufgrund der Nutzung von Raps und Soja als Energieträger. Dies kann auch die Rekordernte in Brasilien von 75,2 Millionen Tonnen nicht ausgleichen. Im Markt wird mit Spannung der USDA-Bericht vom Montag erwartet, der hoffentlich die zum Teil sehr negativen Ernteschätzung von diversen Analysten der letzten Tage in die Schranken verweisen kann. 
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