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Ölsaaten

Mähdrescher für die Sojaernte einstellen: So geht's

von , am
17.08.2016

Sojabohnen stellen besondere Anforderungen an die Erntetechnik. Damit die Ernte-Verluste beim Mähdrusch nicht zu hoch sind, sollte der Mähdrescher entsprechend angepasst werden.

Sojaernte: Wenn die Druschverluste zu hoch sind, sollte nachjustiert werden. © Katharina Krenn/agrarheute

Sojabohnen stellen besondere Anforderungen an die Erntetechnik. Bei stark lagernden Sojabeständen oder tiefem Ansatz der untersten Hülsen bleiben bei der Sojaernte oft zu viele Bohnen auf dem Feld zurück. Daher ist eine optimale Einstellung bei allen Baugruppen des Mähdreschers und vor allem am Schneidwerk erforderlich. Bei optimaler Einstellung können die Druschverlust sogar auf 3 bis 4 Prozent reduziert werden.

 

1. Einstellungen an der Haspel

  • Die Zinken sollten senkrecht zum Schneidtisch stehen, wenn sie die Sojabohnen zur Förderschnecke befördern.
  • An den Haspelzinken, die an den Querstreben angebracht sind, besteht die Gefahr, dass sich die Sojabohnen an den "Zinkenschlaufen" verheddern und schon vor dem Schnitt gedroschen werden. Hier wäre eine günstige Lösung, diese mit HT-Rohren abzudecken, so dass dies verhindert wird. Bei speziellen amerikanischen Schneidwerken ist die Haspel generell schon so konzipiert.
  • Die Drehzahl der Haspel kann ggf. 10 bis 20 Prozent höher im Verhältnis zur Fahrtgeschwindigkeit sein. Jedoch ist hier auf die Platzanfälligkeit der Hülsen zu achten.

2. Einstellungen an der Einzugschnecke

  • Höhe: Die Distanz zwischen dem Boden des Schneidetisches und den Enden der Einzugsschrauben kann leicht erhöht werden. Diese Distanz hat einen Effekt auf die Geschwindigkeit des A bschlagens von Hülsen.
  • Drehzahl: sie sollte niedrig gewählt werden. Spezielle Schneidwerke sind noch mit w eiteren Einzugsmöglichkeiten ausgestattet, die es erlauben die Drehzahl zu reduzieren, bei al ten ist das oft leider nicht möglich.
  • Ein großer Durchmesser der Einzugsschrauben an der Schnecke ist vorzuziehen. Die Einstellung der Einzugsschrauben sollte so vorgenommen werden, dass ein sehr schnelles Ergreifen der Pfl anzen und eine Weiterförderung gewährleistet wird.

3. Einstellungen am Schneidtisch

  • Eine sehr niedrige Position der Messerbalken und eine mäßige Geschwindigkeit ermöglicht laut französischen Feldversuchen einen Mehrertrag von 3 bis 4 dt/ ha
  • Damit der Messerbalken nicht mit Erde verunreinigt wird, muss die Bodenoberfläche eben sein. Dies ist bei der Feldbestellung und Saat zu beachten.  
  • Ein Schneidwerk mit flexiblen Messerbalken passt sich an den Bodenunebenheiten besser an, sodass auch die unteren Hülsen geerntet werden. Auch die Gefahr von Schmutz- und Steineintrag ist bei diesen Schneidwerken geringer. Amerikanische flexible Schneidwerke sind bis zu 11 Meter breit. Sie sind sehr präzise in der Schnitthöhe von 2 bis 5 cm.

4. Einstellung der Dreschtrommel

Bei der Dreschtrommel ist eher eine niedrige Drehzahl zu wählen, um den Bruch der Körner zu limitieren. 400 bis maximal 600 U/min sind empfehlenswert. Meistens können diese Einstellung in der Kabine vorgenommen wer den. Axialdrescher mit Rotorabscheider haben nach den bisherigen Erfahrungen in der Praxis Vorteile.

Abstand Dreschtrommel/Dreschkorb:

  • Vorne sollte ein Abstand von 20-25 mm
  • hinten 15-18 mm gewählt werden.

5. Verwendung der richtigen Siebe

  • Obersieb: Lochblech mit einem Durchmesser von 15-18 mm
  • Untersieb: Lochblech mit einem Durchmesser von 10-12 mm

Der Wind sollte auf ¾ eingestellt und nach vorne gerichtet sein. Bei den heutigen Mähdreschern werden oft nur noch Lamellensiebe verwendet. Das Obersieb sollte hier ca. 16 bis 18 mm Abstand haben, das Untersieb ca. 12 bis 14 mm. Der Wind muss hierbei, je nach Mähdrescher, meist auf volle Leistung eingestellt werden. Sollten dennoch Siebkastenverluste auft reten, sollten eher die Siebe weiter geöffnet werden als den Wind zu reduzieren.

Sojaernte: Tipps vom Experten

Alle Erntetipps im Überblick

  • Nicht zu schnell fahren (4-5 km/h).
  • Nur bei der Gewinnung von Saatgut schneller fahren, ca. 7 km/h, damit immer genug Sojabohnen auf den Sieben "schwimmen" und keine mechanische Beschädigung der Bohnen im Mähdrescher stattfindet.
  • Nicht zu hoch schneiden, Schneidwerk soll so nah am Boden wie möglich aufliegen.
  • Niedrige Drehzahl der Dreschtrommel verwenden. 
  • Abstand zwischen Haspel, Schneidwerk, Einzugschnecke und Schrägförderer soll verringert werden. 
  • Bei kleinen Bohnen (z.B. infolge von Wassermangel), sollte der Luftstrom reduziert werden. 
  • Drehzahl der Haspel kann im Verhältnis zur Fahrtgeschwindigkeit 10-20% höher sein. 
  • Die Achse soll 15 bis 30 cm vor den Schneidwerken stehen und so weit wie möglich heruntergelassen sein.
  • Gleichmäßiges Saatbett bzw. gleichmäßige Bodenoberfläche ist notwendig (nicht zu stark häufeln). 
  • So früh wie möglich ernten, sobald die Feuchtigkeit der Bohnen 14% erreicht hat, Bei niedrigeren (<10%) TS-Gehalten nehmen die Beschädigungen der Bohnen zu. Bei hohen Feuchtigkeitsgehalten (>16%), erhöht sich der Anteil an nicht ausgedroschenen Hülsen. 
  • Falls ein "Vorschieben" der Pflanzen beobachtet wird, sollte die Fahrgeschwindigkeit verringert und ggf. die Messerschärfe überprüft werden. 
  • Einstellungen sollten je nach Gegebenheiten optimiert werden, ggf. auch zweimal am Tag, falls sich die Erntefeuchten ändern.
  • Bei hohem Unkrautbesatz muss langsamer gedroschen werden.

 

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