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Ölsaaten

Marktreport: Europäische Sojaproduktion stagniert

© Mühlhausen/landpixel
von , am
27.11.2014

In der Europäischen Union kommt die Sojaproduktion nicht in Gang. Bisher bauen die europäischen Länder gerademal vier Prozent ihrer Verbrachsmenge an.

In Europa wurden 2014 auf rund 0,507 Millionen Hektar Sojabohnen angebaut © sima/Fotolia.com
Die Länder der Europäischen Union sind der mit Abstand größte globale Importeur von Sojaschrot und nach China der zweitgrößte Importeur von Sojabohnen. Die europäische Produktion von Sojabohnen ist indessen vergleichsweise klein und stagnierte in den letzten Jahren. Die Sojaernte für 2014 wird mit etwa 1,3 Millionen Tonnen (Mio. t) angegeben. Das sind gerademal knapp vier Prozent der Verbrauchsmenge. Immerhin wäre das die größte Ernte seit dem Jahr 2006. Damals ernteten die Europäer, auf der bislang größten Anbaufläche, 1,39 Mio. t Sojabohnen. Langfristig zeigt sowohl die Flächenentwicklung als auch die Produktion eine Stagnation.

Sojaanbaufläche stagniert auf niedrigem Niveau

In Europa wurden 2014 auf rund 0,507 Millionen Hektar (Mio.ha) Sojabohnen angebaut. Im Vergleich zum Jahr 2013, ist dies ein Zuwachs von etwa acht Prozent. In den Jahren 2010 bis 2012 bewegte sich die Anbaufläche von Sojabohnen in der EU indessen relativ stabil zwischen 0,43 Mio. ha und 0,49 Mio. ha. Im Jahr 2008 war die Sojafläche zweitweise auch auf weniger als 0,3 Mio. ha abgesackt. Andererseits hatten die europäischen Landwirte im Jahr 2006 auch schon auf 0,560 Mio. ha Soja angebaut und damit auf einer größeren Fläche als im Jahr 2014.

Italien ist der wichtigste europäische Sojaproduzent

Italien ist mit einem Anteil von etwa 45 Prozent an der Gesamtproduktion der größte europäische Sojaproduzent. Deutlich dahinter folgen dann Rumänien, Kroatien und Frankreich, mit Produktionsanteilen von jeweils zehn bis 14 Prozent. Keiner der wichtigen europäischen Produzenten weist in den letzten Jahren jedoch ein erkennbares (nachhaltiges) Wachstum des Anbaus und der Produktion auf, obwohl ein Teil der Länder mit der Donau-Soja-Initiative den Anbau von gentechnikfreiem Soja in der EU fördern wollen.
 

Sojaschrot kommt aus Argentinien und Brasilen

In diesem Wirtschaftsjahr werden die Länder der EU nach Einschätzung der Kommission rund 12,6 Mio. t Sojabohnen zur Gewinnung von Schrot und Öl importieren. Hinzu kommen Importe von 18,9 Mio. t Sojaschrot. Dem steht eine Verbrauchsmenge der Europäer von 28,2 Mio. t Sojaschrot sowie 3,8 Mio. t Sojaöl gegenüber. 
Die wichtigsten Lieferanten von Sojabohnen für den europäischen Markt waren im letzten Jahr
  • Brasilien mit 44 Prozent,
  • die USA 27 Prozent und
  • Paraguay mit zwölf Prozent.
Nach Spanien und den Niederlanden war Deutschland mit 19 Prozent der Importe der drittgrößte europäische Importeur von Sojabohnen. Nach Angaben des Verbandes Tiernahrung (DVT) liegt der Anteil an gentechnisch verändertem Soja bei den drei wichtigsten Exporteuren Brasilien, USA und Argentinien zwischen 90 und 100 Prozent.
 
Bei Sojaschrot kamen mehr als die Hälfte aller Lieferungen aus Argentinien und deutlich mehr als 40 Prozent aus Brasilien. Rund acht Prozent der Lieferungen gingen direkt nach Deutschland und damit etwas weniger als nach Frankreich, Spanien oder Italien. Mit Abstand größer Importeur und Verteiler sind allerdings die Niederlande. 

Marktreport: Sojaproduktion und -handel in der EU

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