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Ölsaaten

Marktreport: Sojaernte in Südamerika

von , am
13.02.2014

Beim Marktreport geht es in dieser Woche um den aktuellen Bericht des USDA - und dabei speziell um die sehr große Soja-Ernte in Brasilien und Argentinien.


Im Februar hat die Sojaernte in den beiden südamerikanischen Ländern begonnen und bislang sind die Ernteprognosen ganz hervorragend. Auch die jüngste Hitzewelle in Südbrasilien hat bislang nicht zu einer in Änderungen der Ernteerwartungen geführt.
 
Der Einfluss Brasiliens und Argentiniens auf den globalen Markt für Ölsaaten und Futtergetreide (Mais) ist gewaltig. Im letzten Wirtschaftsjahr 2012/13 lag der Anteil der beiden Länder am globalen Handel mit Sojabohnen bei etwa 50 Prozent (%), der Anteil am Handel mit Sojaschrot erreichte sogar 65 %. Auch beim Mais waren die beiden Länder für knapp die Hälfte der globalen Handelsmenge verantwortlich.
 
Im Februar wurde die brasilianische Sojaernte auf den neuen Rekordwert von rund 90,0 Mio. t geschätzt. Der bisherige Produktionsrekord der Brasilianer aus dem vorigen Wirtschaftsjahr lag bei 82,0 Mio. t. Die neue bereits laufende Ernte wäre damit nochmals 8 Mio. t größer. Mit der erwarteten Riesenernte werden jedoch die bekannten Logistikprobleme der Brasilianer zur Haupterntezeit nicht unbedingt kleiner, da es kaum neue Investitionen in die Transport- und Lagerlogistik gegeben hat. Allerdings könnte sich die Ausfuhr auf deutlich mehr Häfen verteilen als im letzten Jahr.

Bislang kein Preisdruck durch Riesenernte

Für Argentinien wurde die Sojaernte Mitte Februar auf 54,0 Mio. t geschätzt. Im letzten Jahr ernteten die argentinischen Farmer 49,3 Mio. t Soja, so dass die neue Ernte auch hier fast 5 Mio. t größer als die letzte ausfällt. Analysten gehen außerdem davon aus, dass noch viele Millionen Tonnen nicht verkauftes Soja - aus der letzten Ernte - in den Lägern der argentinischen Farmer liegen und noch vermarket werden müssen. Das USDA hat die argentinischen Endbestände jetzt auf knapp 30 Mio. t geschätzt - nach 16 Mio. t vor zwei Jahren.
 
Eigentlich müsste die Riesenernte der Südamerikaner die Preise für Soja deutlich unter Druck setzen. Davon ist bislang jedoch noch nicht allzu viel zu spüren. Ursache ist die anhaltend starke Nachfrage von den Exportmärkten, insbesondere aus China. Mitte Februar 2014 kostete Soja am Weltmarkt nur 7 % weniger als zwölf Monate zuvor. An den US-Exporthäfen am Golf wurden Sojabohnen Mitte Februar für 529 USD/t (387 Euro) verladen, für den April lagen die Preisangebote bei 513 USD/t ( 375 Euro) und damit nur wenig niedriger. Preisforderungen aus Südamerika für April lagen zuletzt bei 490 USD/t (358 Euro).
 
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