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Mäusebekämpfung

Massive Schäden durch Mäuseplage: Notfallzulassungen dringend nötig

Feldmausschaden in Raps
am Mittwoch, 12.08.2020 - 14:41 (1 Kommentar)

Vor allem Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen kämpfen gegen extreme Mäuseschäden. Bald könnte es Erleichterungen geben für Köder auf dem Acker, die mit der Legeflinte ausgebracht werden.

Die Mäuseplage hat viele Regionen seit geraumer Zeit fest im Griff

  • von Wiesen und Weiden fehlt das Grundfutter
  • kahl gefressene Äcker müssen nach der Saat wieder umbrochen werden 
  • Körnerraps wird gar nicht erst gedrillt oder wieder untergegrubbert
  • Getreidesaaten leiden unter schlechteren Feldaufgängen
  • die Ernten sind gefährdet, die Erträge leiden

Mäuse fressen in Scharen Saaten kahl

Schäden-Mäuse

Wie viel Winterraps beispielsweise dieses Jahr tatsächlich ausgesät wird, hängt nicht zuletzt davon ab, ob den Anbauern noch rechtzeitig vor dem Drilltermin erlaubt wird, Mäuseköder mit der Legeflinte auszubringen. Vielerorts lässt sich die stetig wachsende Population an Mäusen nur noch chemischen Mitteln stoppen.

Seit 2019 gelten für die einzig noch verbliebenen Zinkphosphide deutliche Einschränkungen, so dass sie kaum noch genutzt werden dürfen. Die damals erteilten Auflagen sollen Nicht-Zieltiere schützen.

Das gilt etwa in: 

  • Vogelschutzgebieten,
  • an Rastplätzen von Zugvögeln und
  • in Gebieten mit Feldhamstern.

    Da bleibt in vielen Regionen fast kein Ort mehr, wo die Rodentizide noch ausgelegt werden dürfen.

Drei Möglichkeiten als Plan für Notfallzulassungen

Zumindest für Raps könnte es dieses Jahr eine Notfallzulassung geben. Betroffene fordern das Bundeslandwirtschaftsministerium auf, möglichst eine Ausnahmegenehmigung für Rodentizide gegen Mäuse zu erlauben. Dazu gehört etwa der Landesbauernverband Sachsen-Anhalt oder der in Thüringen. Beide fordern, dass die strengen Anwendungsbestimmungen zumindest vorübergehend wieder ausgesetzt werden.

Dazu hat Bundesagrarministerin Julia Klöckner nun ihre Amtskollegen in den Bundesländern angeschrieben. Sie will, dass Betroffenen in der Notlage mit drei Möglichkeiten geholfen wird:

  1. Die zuständigen Länderbehörden sollen den Ermessensspielraum nutzen, den das Pflanzenschutzgesetz vorsieht.
  2. Anträge auf Notfallzulassungen sollen kurzfristig vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) nach geltendem Recht beschieden werden.
  3. Das BVL soll die mit dem Umweltbundesamt vereinbarten Änderungen der Anwendungsbestimmungen schnellstmöglich umsetzen.

Landwirte sollten Spielräume der Behörden vor Ort nutzen

Neben dem Schutz der einzelnen Arten gehe es auch um den Schutz der Ernten. Nachweise von Hamstern, Hasel- oder Birkenmäusen, die länger als fünf Jahre zurückliegen, seien nicht mehr aktuell. Sie rechtfertigen nach Ansicht der Ministerin jedenfalls kein Behandlungsverbot, das etwa lokale Umweltbehörden im 100 km2-Umkreis aufgestellt haben.

Vergleichbares gelte für die Rastplätze der Zugvögel. BVL und Umweltbundesamt (UBA) haben vereinbart, die Vogelarten für die Rastplätze zu präzisieren. So sollen die betroffenen Arten und Flächen mit Verboten klarer eingegrenzt werden.

Die sachgerechte Nutzung der chemischen Mäusebekämpfung im Einklang mit dem geltenden Pflanzenschutz- und dem Naturschutzrecht sei ein der aktuellen Lage für viele Landwirte existenziell. Mechanische Verfahren reichten in dieser Situation nicht aus.

Mit Material von BMEL, BVL, TBV

Feldmäuse: Schadbilder und Bekämpfung

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