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Ölsaaten

Mecklenburg-Vorpommern: Große Schäden beim Raps

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von , am
14.11.2014

Schwerin - Rund ein Drittel der Rapsfläche in Mecklenburg-Vorpommern ist durch die Larven der Kohlfliege geschädigt und auf 50 Prozent der Fläche wird mit großem Schadfraß des Rapserdflohs gerechnet.

In 2014 richtete der Rapserdfloh große Schäden an. © hapo/landpixel
Etwa ein Drittel der Rapsfläche in Mecklenburg-Vorpommern ist durch die Larven der Kohlfliege geschädigt. Die Pflanzenverluste durch den Fraß der Larven an den Wurzeln sind bereits jetzt schon mehr als 7 Prozent (%). "Leider gibt es gegen die Kohlfliege keine wirksamen Bekämpfungsmittel", berichtete Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus gestern im Schweriner Landtag.
 
Außerdem sei auf etwa 50 % der Anbaufläche ein großer Schadfraß durch den Rapserdfloh zu verzeichnen. Durch den Rapserdflohbefall seien bis zu vier zusätzliche Insektizidmaßnahmen auf den Rapsfeldern notwendig gewesen. "Es ist von großer Bedeutung das Ersatzwirkstoffe entwickelt und schnellst möglich zugelassen werden. Ansonsten muss davon ausgegangen werden, dass die Anbaufläche von Raps kleiner und die Wertschöpfung der Betriebe verringert wird", sagte der Minister weiter.

Enge Fruchtfolgen verschärfen die Probleme beim Raps

Pflanzengesundheitliche Probleme drohten in Gebieten mit engen Fruchtfolgen. Breite, die Bodenfruchtbarkeit und Pflanzengesundheit fördernde Fruchtfolgen seien entscheidend, um auch zukünftig umweltverträglich und auch effizient Landwirtschaft betreiben zu können. Deshalb werde ab 2015 im Rahmen der Agrarumweltmaßnahmen der Anbau vielfältiger Kulturen, unter der Voraussetzung von mindestens fünf Hauptkulturen in Kombination mit Leguminosen, gefördert, um diesem Problem zu begegnen. "Außerdem beteiligen wir uns mit dem Demonstrationsnetzwerk Lupine an der Eiweißstrategie des Bundes, um breite und ressourcenschonende Anbaustrukturen zu schaffen", sagte Backhaus.

Mecklenburg-Vorpommern ist führend beim Raps-Anbau in Deutschland

Mit einer Anbaufläche von 245.000 Hektar (ha) Raps liege Mecklenburg-Vorpommern seit Jahren auf Platz 1 im Rapsanbau in Deutschland. Der Raps zähle aufgrund seiner vielfältigen Verwendbarkeit für die Ernährung, als Biokraftstoff, für Futtermittel als Sojaschrotersatz sowie für die chemische und pharmazeutische Industrie und aufgrund seiner günstigen Erzeugerpreise zu den wirtschaftlich attraktivsten Fruchtarten. Auch wegen der positiven Fruchtfolgewirkungen sei Raps eine ertragssichernde Frucht in der Landwirtschaft. In diesem Jahr konnten in Mecklenburg-Vorpommern Spitzenerträge in Höhe von 44,9 dt/ha erzielt werden. "Wir können heute schon einschätzen, dass die Bedingungen für gute Erträge im nächsten Jahr nicht gegeben sind", so Backhaus. "Die Rapsbestände sind einem sehr starken Befall ausgesetzt". 
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