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Ölsaaten

Neonikotinoid-Verbot: Rapserdfloh breitet sich stark aus

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von , am
23.09.2014

Berlin/Maintal - Aus mehreren Rapsanbaugebieten wird von einem starken Auftreten des Rapserdflohs berichtet - als mögliche Folge des Verbots von Neonikotinoid-Beizen. Landwirte sollten Gelbschalten aufstellen.

Nach dem Verbot der Neonikotinoid-Beizen breitet sich der Rapserdfloh stark aus. Gelbschalen helfen bei der Kontrolle. © landpixel
Die Folgen des Verbots der Rapssaatgutbeizung mit Neonikotinoiden lässt sich aktuell offenbar auf zahlreichen Feldern erkennen. Wie die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) am vergangenen Freitag laut Agra-Europe berichtete, mehren sich bei ihr die Meldungen über ein regional starkes Auftreten von Rapserdflöhen und zum Teil bereits erhebliche Fraßschäden an Keim- und jungen Laubblättern in den Rapsbeständen.
 
Die UFOP stellte in dem Zusammenhang außerdem fest, dass nach dem Wegfall der insektiziden Beizmittelwirkstoffe aus der Gruppe der Neonikotinoide zur Winterrapsaussaat in den ersten Wochen ein insektizider Schutz für die jungen Rapsbestände fehle. Landwirte sollen die Bestände überwachen und die Herbstschädlinge bekämpfen, um Schäden und Ertragsverluste zu mindern.

Was hilft gegen Rapserdfloh und die Kleine Kohlfliege?

Als Herbstschädlinge von besonderer Bedeutung beim Pflanzenschutz würden der Rapserdfloh und die Kleine Kohlfliege gelten. Während die Bekämpfung des Rapserdflohs - zumindest in Gebieten ohne Resistenzen - über eine insektizide Spritzung möglich sei, fehlten Bekämpfungsmöglichkeiten für die Kleine Kohlfliege gänzlich.
 
Die UFOP erinnerte daran, dass sie aus fachlicher Sicht das vorläufige Verbot der neonikotinoiden Rapsbeizung scharf kritisiert und Befürchtungen geäußert habe, dass die Notwendigkeit von Herbstspritzungen im Winterraps stark ansteigen könnte.
 
Die Syngenta Agro GmbH meldete ebenfalls am vergangenen Freitag, dass aus mehreren Rapsanbaugebieten von einem starken Auftreten des Rapserdflohs berichtet werde. Es gebe Hinweise darauf, dass vielerorts die Bekämpfungsschwelle bereits überschritten worden sei und Schäden im Raps erkennbar seien. Das Unternehmen appellierte mit Hinweis an das Verbot der Neonikotinoid-Beizen daher an die Landwirte, die Rapsbestände mit Hilfe von Gelbschalen jetzt genau zu kontrollieren, um rechtzeitig mit einer Insektizidbehandlung eingreifen zu können.

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