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Dropleg-System

Neue Spritztechnik für mehr Bienenschutz

Heimbach/Brandes/Ulber/LuF/bes
am
08.06.2016

Das Dropleg-System bietet den Rapsanbauern neue Möglichkeiten beim Pflanzenschutz. Die Düsen behandeln die Bestände unter der Blütenebene und könnte damit das Konfliktpotential zwischen Landwirten und Imkern entschärfen.

Anfang des Jahres hat das Julius-Kühn-Institut das Dropleg-System der Firma Lechler für den Rapsanbau anerkannt. Durch diese neue Methode im Pflanzenschutz kann der Bereich mit offenen Blüten von der Spritzbrühe geschützt werden. Dadurch vermindert sich die Kontamination der offenen Blüten, die oberhalb des Spritzbereichs liegen. Die Land und Forst stellt das System vor (Ausgabe 15, April 2016).

Vorteile des Dropleg-Systems sind:

  • Risiken für Blütenbesucher von der Spritzbrühe getroffen zu werden oder mit Rückständen in Kontakt zu kommen werden reduziert.
  • Wirkstoffbelastung im Pollen und Nektar ist deutlich niedriger.
  • Könnte auch für Unterblattbehandlungen, Unkrautbekämpfung oder Düngergaben in Reihenkulturen eingesetzt werden.

So funktioniert's

  • Der Anbau der Dropleg-Düsen erfolgt durch Montageplatten am Profil des Spritzgestänges und kann flexibel an die Reihenweiten angepasst werden.
  • Die Droplegs können werkzeuglos über einen Bolzen an die Halterungen montiert werden, sodass die Feldspritze sowohl herkömmlich als auch mit dem Dropleg-System genutzt werden kann.
  • Das in den Bestand herunterhängende Rohr mit den am unteren Ende montierten Düsen ist flexibel. Es kann beim Durchfahren auf den Kulturbestand reagieren und Pflanzen ausweichen. Schäden an Rapspflanzen wurden bei den eigenen Versuchen nicht festgestellt.
  • Die Spritzbrühe tritt aus jeweils zwei Düsen am unteren Ende eines jeden Rohrs in einem 180°-Winkel (2 x 90°) quer zur Fahrrichtung aus.
  • Alle Düsen an der Feldspritze sollten durch eine Schablone möglichst gleich eingestellt werden, sodass der Spritzstrahl pro Düse senkrecht nach unten bis zur Horizontalen austritt.

Fazit

Insgesamt bietet das Dropleg-System gute Ansatzpunkte, das Konfliktpotenzial zwischen Landwirtschaft und Imkerei zu entschärfen. Allerdings sollte das System technisch noch verbessert werden und einen komplikationslosen Anbau an möglichst alle Feldspritzen erlauben.

Versuche des Julius-Kühn-Instituts zeigten, das die Wirkung des Verfahrens gegen Rapsschädlinge in der Rapsblüte mit dem Mittel Biscaya deutliche Wirkung zeigte, jedoch waren die Wirkungsgrade gegenüber der konventionellen Blütenspritzung etwas geringer.
 

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