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Ölsaaten

Niedersachsen: 520.000 Euro für heimischen Eiweißfutteranbau

von , am
30.07.2014

Seit Jahren geht in Niedersachsen der Anbau von Leguminosen zurück. Mit einem neuen Eiweißfutter- Projekt, das mit 520.000 Euro gefördert werden soll, will Meyer diesen Trend stoppen.

Mit Verlusten von 12 Cent liegt die Sojabohne wieder unter der wichtigen 10-Dollar-Marke. © hapo/landpixel
Landwirtschaftsminister Christian Meyer hat gestern vor Journalisten in Hannover ein neues Eiweißfutter-Projekt vorgestellt. Es ist Teil einer Eiweiß-Strategie, die die rot-grüne Landesregierung im Koalitionsvertrag als Ziel vereinbart hat. Für das insgesamt drei Jahre bis zum Herbst 2017 laufende Projekt stellt das Land rund 520.000 Euro zur Verfügung.
 
Mit verschiedenen Ansatzpunkten soll erreicht werden, den Anteil von heimisch erzeugten Eiweißfuttermitteln in der Fütterung zu erhöhen. Demonstrationsbetriebe sollen die Praxistauglichkeit belegen, Infoveranstaltungen und Workshops für das wichtige Thema sensibilisieren.
 

Unabhängigkeit von Importsoja schaffen

"Regionale Futtermittel für regionale Produkte", müsse die Devise lauten so Agrarminister Meyer. Das ist nicht nur in Niedersachsen eine Herausforderung, sondern in ganz Deutschland, wo nur noch auf rund einem Prozent der Ackerfläche Körnerleguminosen angepflanzt werden. "Auch das Bundeslandwirtschaftsministerium erarbeitet deshalb derzeit eine Eiweißpflanzenstrategie, um den Anbau heimischer Eiweißpflanzen gezielt zu fördern", erläuterte der Minister.
 
Es führe "kein Weg" daran vorbei, "dass wir mittel- und langfristig die Abhängigkeit von problematischen Soja-Importen verringern. Umwelt- und entwicklungspolitisch ist es dafür höchste Zeit." Datenerhebungen auf Bundesebene zeigten, dass die deutschen Nettoimporte pro Jahr etwa drei bis vier Millionen Tonnen Sojabohnen und rund zwei Millionen Tonnen Sojaextraktionsschrot betragen. "Vom Ertrag her könnte ein Hektar Ackerbohnen in Niedersachsen einen Hektar Sojabohnen in Südamerika ersetzen", sagte Landwirtschaftsminister Meyer.
 

Akteure vernetzen und Aufbereitung fördern

Das gesamte Projekt setzt sich aus acht Modulen zusammen. Dazu gehören unter anderem eine intensive Zusammenarbeit mit Akteuren in anderen Bundesländern, Behörden und Futtermittelfirmen sowie die Vernetzung von Demonstrationsbetrieben. Überdies sollen neue Möglichkeiten geprüft werden, wie Leguminosen aufbereitet, getrocknet und gelagert werden können.
 
Schließlich wird es auch darum gehen, die Marktakteure im Biofuttermittel- und konventionellen Bereich zusammenzubringen. "Wir wollen ganz klar sowohl den konventionellen als auch den ökologischen Landbau einbeziehen", sagte Meyer. Der Minister machte seine Erwartung an das Projekt deutlich: "Es soll eine tragfähige Basis für eine langfristig angelegte Umkehr der bisherigen Entwicklung schaffen. Nur so kann eines Tages der immer geringere Anbau von Eiweißfutterpflanzen gestoppt werden."

Projektteilnehmer

Die Maßnahme "Etablierung heimischer Eiweißfuttermittel in Niedersachsen" steht unter Federführung der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) und wird von Eberhard Prunzel-Ulrich geleitet. Als Verbundpartner fungiert das Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen (KÖN).

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