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Ölsaaten

Ölsaaten: So fließt der weltweite Warenstrom

© sima/fotolia
von , am
14.09.2012

Berlin - Aus deutscher und europäischer Sicht ist Raps die wichtigste heimische Ölsaat. Die weltweiten Handelsströme von Ölsaaten, Pflanzenölen- und schroten sind eng verwoben. Ein Überblick.

In Europa wurden 2014 auf rund 0,507 Millionen Hektar Sojabohnen angebaut © sima/Fotolia.com
OVID, der Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland, hat aktuelle Handelskarten für Raps, Soja und Palm veröffentlicht, die die enge Vernetzung deutlich machen.
 
Während aus deutscher und europäischer Perspektive Raps die wichtigste heimische Ölsaat darstellt, werden Soja und Palm aus Süd- und Nordamerika sowie Südostasien importiert, um den Bedarf in der EU zu decken.

Raps: Importe aus Australien, Ukraine und Kanada

Raps ist die Ölsaat Nr. 1 für Deutschland und Europa. © OVID
Im vergangenen Jahr wurden 20,6 Millionen (Mio.) Tonnen Raps in der EU geerntet. Um den europäischen Bedarf nach Raps zu decken, wurde im letzten Jahr zusätzlich vor allem aus Australien (1,7 Mio. Tonnen) und aus der Ukraine (eine Million Tonnen)  Rapssaat importiert. Ein traditioneller Handelspartner der EU für Raps ist auch Kanada, wenngleich 2011 nur in geringem Maße.
 
 

Soja: Wichtiges Futtermittel und Pflanzenöl

Soja kommt als Proteinfutter eine große Bedeutung zu. © OVID
Soja entwickelt die weltweit größten Handelsströme, mit Süd- und Nordamerika als Hauptproduzenten. Südamerika exportiert vor allem nach Asien: China führte 2011 aus den vier wichtigsten südamerikanischen Anbauländern Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay knapp 32 Mio. Tonnen Sojabohnen ein; ein Anstieg von etwa fünf Prozent gegenüber 2010.
 
Gleichzeitig ist im letzten Jahr der Export von Nordamerika nach China zurück gegangen: von 24,3 Mio. Tonnen in 2010 auf 20,9 Mio. Tonnen.
 
Neben China und Japan ist auch die EU ein wichtiger Markt für Soja aus Nord- und Südamerika: 2011 importierten die Länder der EU etwa acht Millionen Tonnen Sojabohnen aus Süd- und vier Millionen Tonnen aus Nordamerika. Diese Sojabohnenimporte werden in Europa zu Pflanzenöl und Schrot als Proteinfuttermittel verarbeitet.
Darüber hinaus ist die EU zusätzlich auf Importe von Sojaschrot angewiesen: 22,6 Mio. Tonnen benötigte die EU 2011. Sojaöl hingegen wird nur in geringen Mengen in die EU exportiert (2011: 0,5 Mio. Tonnen).

Palmöl: Import geht zurück

Bei Palmöl wird weltweit das Rohöl gehandelt und in dem jeweiligen Importland raffiniert und veredelt. Anders als bei Sojabohnen und Rapssaat müssen die Palmölfrüchte binnen weniger Tage zu Palmrohöl verarbeitet werden, damit sie nicht verderben. Hauptproduzentenländer sind weiterhin mit Abstand Indonesien und Malaysia. Der Import von Palmöl in die EU ist 2011 im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen: von 4,8 auf 4,3 Mio. Tonnen. Hauptabnehmer für Palmöl auf dem Weltmarkt bleiben Indien und China mit 6,8 Mio. Tonnen und 6,4 Millionen Tonnen in 2011.  
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