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Bestandsprüfung

Von Phoma bis Bor: Das ist im Winterraps aktuell zu tun

Raps bildet erste Knospen
am Montag, 16.03.2020 - 13:09 (Jetzt kommentieren)

Oft kam der Raps weit entwickelt aus dem Winter. Was ist bei den aktuell steigenden Temperaturen jetzt zu beachten? Unser Check.

Die meisten Rapsbestände haben sich gut entwickelt. Auch dort, wo er verzettelt auflief, ist mittlerweile meist eine ausreichende Bestandsdichte vorhanden. Das berichtet die Landwirtschaftskammer (LWK) Nordrhein-Westfalen. Hier ihre aktuellen Tipps.

Letzte Unkrautbehandlung

Wo noch eine Unkrautbekämpfung nötig ist, eilt es jetzt. „In weit entwickelten Beständen mit frei liegenden Knospen kann gegen Kamille nur noch Lontrel zum Einsatz kommen“, heißt es von den LWK-Beratern.

„Gegen Ackerfuchsschanz kann noch mit 2,5 l/ha Focus Ultra + 1,0 l/ha Dash behandelt werden, sofern er nicht vom Raps abgedeckt wird.“

Phoma wichtiger als Einkürzen

Einkürzen zur Sicherung der Standfestigkeit ist nur dort angeraten, wo Bestände mit hoher Pflanzenzahl vorkommen, also über 50 Pflanzen/qm, oft auch mit Ausfallraps.

Wichtiger kann in diesem Jahr nach Einschätzung der Pflanzenbauberater die Phoma-Kontrolle sein. „Das gilt auch deshalb, weil der Pilz durch eine frühe Infektion im Herbst schon weit in die Pflanzen eingewachsen ist.“

Die Berater aus NRW empfehlen Tilmor und Toprex mit einer besten Leistung gegen Phoma. In den meisten Beständen sollte bevorzugt 0,75 l/ha Tilmor mit guter Verträglichkeit eingesetzt werden.

Wenn gleichzeitig eine gute Sicherung der Standfestigkeit gefordert ist, wäre Toprex mit 0,35 bis 0,4 l/ha besser geeignet. Tebuconazol-Produkte und Carax wirken deutlich schlechter gegen Phoma.

Achtung bei gleichzeitigem Nährstoffmangel

Sehr unterschiedlich ist die momentan verfügbare N-Menge. Neben satt grünen, wüchsigen Beständen kommen vielfach aufgehellte, blau verfärbte Rapspflanzen vor.

Aufgrund von Stickstoffmangel blau verfärbte Bestände müssen erst wieder ergrünen. Zu früh durchgeführte Behandlungen, besonders mit Toprex, sind hier nicht verträglich.

In der Regel kann mit der Fungizidbehandlung noch gewartet werden. Bei wärmeren Bedingungen und Zuflug von Stängelrüsslern ist dann eine Kombination mit einem Pyrethroid sinnvoll.

Blattdüngung mit Bor

Gleichzeitig kann dann eine erste Bordüngung durchgeführt werden. Die meisten Bestände zeigen im Wurzelhals keine Mangelsymptome. Dann dürften Bormengen um 400 g/ha ausreichend sein.

„So kann mit dem neuen Epso Bortop (4 % Bor, 10 % Schwefel, 12,6 % MgO) eine erste Düngung mit 5 bis 7,5 kg/ha erfolgen“ heißt es von der LWK Nordrhein-Westfalen. Mit einer zweiten Insektizidbehandlung lassen sich nochmals 2,5 bis 5 kg/ha nachlegen.

Das Bor-Präparat hat laut LWK den Vorteil, dass sich der pH-Wert der Spritzbrühe weniger erhöht als durch Zumischen von flüssigen Bordüngern.

Mit Material von LWK NRW
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