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Ölsaaten

Auf Phoma im Raps achten

von , am
26.10.2011

Obwohl bisher nur vereinzelte Primär-Infektionen aufgetreten sind, wird das kühl-regnerische Wetter in den nächsten Tagen zu einer deutlichen Zunahme führen.

Waren in der letzten Woche nur vereinzelte Primär-Infektionen zu erkennen, so ist in den nächsten Wochen mit einer deutlichen Zunahme zu rechnen. Die Infektionen werden sich mit dem kühl-regnerischen Wetter noch weiter ausbreiten. Der Phoma-Befall auf den Blättern ist allein kein Grund zur Panik. Problematisch ist der direkte Wurzelhalsbefall an spät aufgelaufenen Rapspflanzen, deren Epidermis noch nicht so gut ausgebildet ist, dass Infektionen nicht tiefer eindringen können bzw. das systemische Wachstum von Phoma durch Blattadern und Blattstiel in den Stängel.
 
Ob die Blattinfektionen sich zu einem Stängelbefall auswachsen, hängt davon ab, ob der Pilz den Stängel erreicht, bevor das befallene Blatt abgefallen ist. Normal dauert es 25 - 40 Tage (350 - 400 °C-Tage) nachdem die ersten Blattsymptome beobachtet werden, bis der Pilz in den Stängel gelangt. Mit der Bekämpfung des Phoma-Befalls auf den Blättern kann man sich deshalb Zeit lassen. Allerdings müssen die Aufwandmengen der Azole bei akutem Befall angepasst werden.
 
Schnell Handeln bei Wurzelhals-Befall
 
Bei direktem Wurzelhals-Befall ist dagegen Gefahr im Verzuge, da ein basipetaler Transport der Azole in der Pflanze nicht möglich ist. Unmittelbar nach der Infektion (mit Cantus) bis spätestens 4 - 6 Tage nachdem die Infektionen direkt am Wurzelhals angegangen sind muß die Bekämpfung erfolgen, sonst ist der Pilz zu weit eingedrungen. Unmittelbar nach der 1. Phoma-Infektion eingesetzt hat das Boscalid (Cantus) eine sehr gute Phoma-Wirkung. Das Cantus hat keine wachstumsregulatorische Wirkung, ist deshalb zur Phoma-Bekämpfung vor allem in den spät aufgelaufenen Rapsbeständen interessant. In den weiter entwickelten Beständen muss das Cantus mit Folicur oder Caramba kombiniert werden.

nGrundnährstoffversorgung sicherstellen

Die in der Düngeverordnung festgelegte Sperrfrist gilt für Dünger mit einem wesentlichen Anteil an verfügbaren Stickstoff. Eine mineralische Grundnährstoffdünger mit Kalium kann, sofern der Boden aufnahmefähig ist weiterhin ausgebracht werden. Auch wenn die Düngeverordnung nur noch eine Bodenuntersuchung auf Phosphat vorschreibt, sollten die Schläge weiterhin auf Kalium und Magnesium untersucht werden.
 
Kaliumversorgung auf schweren Böden stark eingeschränkt
 
Mit einer reinen Entzugsdüngung dieser Kationen erleidet man häufig Schiffbruch. Vor allem auf schweren Böden mit einem hohen Magnesiumgehalt ist die Kaliumverfügbarkeit stark eingeschränkt. Hier müssen bei der Kaliumdüngung Zuschläge, bei der Magnesiumdüngung Abschläge gemacht werden. Niedrige Magnesiumgehalte treten häufig auf leichten, humusarmen Böden auf. Hier muss zu jeder Frucht eine Magnesiumdüngung erfolgen. Besteht zugleich Kaliumbedarf ist das Patentkali der Dünger der Wahl.
 
Bei der Phosphatdüngung spielt neben dem absoluten P – Gehalt im Boden der pH-Wert eine entscheidende Rolle. Insbesondere bei hohen pH-Werten ist die Phosphatverfügbarkeit eingeschränkt. Eine Düngung muss hier bedarfsgerecht mit wasserlöslichen Phosphaten erfolgen. Die Ausbringung von Rohphosphaten auf Böden mit einem hohen pH-Wert bringt keine Vorteile.
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