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Ölsaaten

Preise für Eiweißfutter steigen weiter

von , am
05.09.2012

Die Preise für Sojabohnen haben zum Monatswechsel ein neues Allzeithoch erreicht. In der Folge kletterten auch die Schrotpreise auf einen neuen Rekordstand.

© Mühlhausen/landpixel
Damit setzt sich der rasante Preisanstieg bei Eiweißfuttermitteln fort. Von Ende Mai bis Ende August verteuerten sich Soja am Weltmarkt um rund 40 Prozent (%). Von Januar bis heute kletterten die Preise sogar um zwei Drittel.
 
Weltweit wird die Kostensituation für die Tierhalter damit immer dramatischer.

Entlastung erst im Frühjahr

Den ersten Preisschub in diesem Jahr löste die ebenfalls witterungsbedingt unter den Erwartungen bleibende Sojaernte in Südamerika aus. Danach ließ die Dürre in den USA die Produktionserwartungen in den USA deutlich einbrechen und trieb die Sojapreise auf immer neue Rekordstände.
 
Eine Entspannung am Eiweißfuttermarkt ist wohl erst mit der neuen Ernte in Südamerika im kommenden Frühjahr zu erwarten. Für diese Ernte ist das Soja allerdings noch nicht einmal gepflanzt, auch wenn alle Prognosen auf eine sehr starke Anbauausweitung und neue Rekordernten hindeuten.

Anbauexpansion in Südamerika

Die Sojapreise steigen und steigen ...
Derzeit geht man für Argentinien von Anbauausweitung von gut zwei Millionen Hektar (Mio. ha) auf 19,7 Mio. ha aus und für Brasilen von einem Anbauzuwachs von 2,5 Mio. ha auf 27,5 Mio. ha.
 
Brasilianische Analysten berichteten Ende August, das bereits mehr als 40 Prozent (%) der kommenden Sojaernte (März 2013) über Vorkontrakte gebunden sind und damit deutlich mehr als in den Jahren zuvor. Gleichzeitig befinden sich die Sojabestände sowohl in Südamerika als auch den USA auf sehr niedrigem Stand.

Großteil der Ernte verkauft

In den USA waren Ende August bereits 55 % der im Herbst anstehenden Sojaernte kontraktlich gebunden. Im Mittel der letzten Jahre waren es zu diesem Zeitpunkt gerade einmal 30 %.
 
Die derzeit erwartete US-Sojaproduktion ist mit rund 73 Mio. t rund zehn Millionen Tonnen kleiner als im letzten Jahr und liegt sogar 17 Mio. t unter dem Niveau von 2010. Die US-Produktion von Sojaschrot schrumpft deshalb um rund fünf Millionen Tonnen auf knapp 33 Mio. t. Der erwartet US-Export von Soja rutscht auf den niedrigsten Stand seit sechs Jahren und die Ausfuhr von Sojaschrot fällt auf ein Neunjahrestief.

Indien gewinnt Marktanteile

Vor allem asiatische Einkäufer haben wegen der sehr knappen globalen Versorgung zuletzt verstärkt (preiswerteren) Sojaschrot in Indien gekauft. Indien ist bislang nach Argentinien, Brasilien und den USA der weltweit viertgrößte Anbieter von Sojaschrot am Weltmarkt und könnte die USA 2013 als Schrot-Exporteur überholen.
 
Analysten rechnen für das (in Indien) im Oktober beginnende Wirtschaftsjahr, mit einem Zuwachs der Sojaschrotexporte um zehn Prozent auf 5,5 Mio.t. Die Ernte in Indien erfolgt von Oktober bis Dezember.

Preisrückgang im Frühjahr

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Am US-Terminmarkt sind die Sojaschrotpreise von Mai bis Ende August um rund 40 % gestiegen. Nachdem die Notierungen für Soja und Sojaschrot bereits Ende August neue Rekordmarken erreichte hatten, kletterten die Kurse Anfang September weiter. Bis zum Januar 2013 halten die Terminpreise dann das sehr hohe Niveau und geben erst für den Märzkontrakt (mit der neuen Ernte in Südamerika) allmählich nach.
 
Anfang September lagen die US-Exportpreise (fob-Gulf) für Sojabohnen bei 686 US-Dollar je Tonne (USD/t) und für den Oktobertermin bei 683 USD/t (546 Euro). Aus Argentinien wurden fob-Preise von 681 USD/t für Soja und 641 USD/t für Schrot gemeldet.
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