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Rapserntekarte 2020

Raps: 100.000 ha mehr Anbaufläche

Rapsernte mit einem John-Deere-Mähdrescher
am Mittwoch, 19.08.2020 - 12:31 (Jetzt kommentieren)

Nach dem Sturzflug der letzten Jahre hat sich die Rapsfläche zur aktuellen Ernte leicht stabilisiert. Der aktuelle Erntebericht.

Die deutschen Bauern konnten die diesjährige Rapsernte mit leicht besseren Ergebnissen beenden als in den letzten Jahren, trotz nicht optimaler Bedingungen. Ein deutlicher Flächenzuwachs konnte die Erntemengen stabilisieren. Dieses Fazit zieht der Deutsche Bauernverband (DBV) in seinem Erntebericht.

12 Prozent größere Anbaufläche bei Winterraps

Zur Aussaat des Winterrapses im Herbst war es vielerorts zu nass. Dennoch konnte die Anbaufläche nach den massiven Rückgängen der letzten Jahre deutlich zulegen, um 101.000 ha oder plus 12 Prozent: Auf 954.000 ha stand zur aktuellen Ernte Raps.

Gegenüber dem fünfjährigen Mittel von 2015 bis 2019 sind das allerdings immer noch 20 Prozent weniger Anbaufläche beim Raps.

Rukwied: „Wir haben keine stabilen Erträge mehr“

Nach dem milden Winter mit nahezu ungebremstem Wachstum hat die ab Mitte März anhaltende Trockenheit auch den Raps belastet. Wie in den Vorjahren schwankten die Erträge kleinräumig stark – je nachdem, wo der Regen fiel.

„Der Klimawandel manifestiert sich“, sagte DBV-Präsident Joachim Rukwied in der Pressekonferenz zur Erntebilanz. „Wir haben nicht mehr die Stabilität bei den Erträgen wie noch vor zehn Jahren.“

Die regionalen Ausreißer außen vorgelassen, überraschten die Hektarerträge bei der Rapsernte im Durchschnitt kaum. Sie lagen dieses Jahr bei 35 dt/ha, im fünfjährigen Mittel waren es 34 dt/ha.

Gesamtmenge der Rapsernte steigt leicht

Unterm Strich wurden in Deutschland dieses Jahr 3,3 Mio. t Winterraps gedroschen. Das waren 0,4 Mio. t mehr als im Vorjahr und erstmals nach sechs Jahren des Schrumpfens wieder ein leichtes Plus.

Die 4,1 Mio. t des mehrjährigen Durchschnitts waren aber auch dieses Jahr weit entfernt. Zum Vergleich: Vor fünf Jahren ernteten die deutschen Bauern noch 5 Mio. t Raps. Der deutliche Flächenrückgang hinterlässt seine Spuren.

Vogel: „Sondergenehmigungen für Neonicotinoide benachteiligen deutsche Bauern“

Wolfgang Vogel, Vorsitzender der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V. (UFOP), unterstrich in der Erntebilanz den Wert von Raps: „Raps steht elf Monate auf dem Feld, lockert den Boden und fördert den Erosionsschutz. Wir Landwirte stehen zu mehrgliedrigen Fruchtfolgen, aber wir brauchen dazu auch Blattfrüchte und vor allem den Raps.“

Die deutschen Rapsanbauer seien innerhalb der EU Wettbewerbsnachteilen ausgesetzt, wenn Nachbarländer verbotene Neonicotinoide über Sonderzulassungen doch wieder erlaubten, kritisierte Vogel.

Mit Material von DBV

Wir haben Sie gefragt: Wie war Ihre Rapsernte?

In den Socialmedia-Kanälen von agrarheute haben wir Sie gefragt, wie Ihre Rapsernte ausgefallen ist. Die Erntekarte unten zeigt einige regionale Ergebnisse und Fotos.

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